Der alpine Weltcup-Winter 2008/09 ist Geschichte. Ein Rückblick auf eine denkwürdige Saison.
30. 11. 2008: Zwei Jahre nach seinem letzten Sieg in Garmisch feiert Österreichs für tot erklärter Ski-Heiland Hermann Maier (36) mit dem 54. Weltcupsieg seine Auferstehung. Maier: «Das ist einer der schönsten Siege. Viele hatten mich schon abgeschrieben, jetzt habe ich es allen noch einmal gezeigt».
05. 12. 2008: Super-Elch Aksel Lund Svindal (26) gelingt in Beaver Creek ein märchenhaftes Comeback: Auf der Piste, wo er im Vorjahr eine schwere Bruchlandung erlitt, feiert der Norweger einen denkwürdigen Abfahrtsieg. 24 Stunden später setzt er mit dem Triumph im Super-G noch einen oben drauf.
13. 12. 2008: A Star is Born: Carlo Janka (22) feiert bei der WM-Hauptprobe in Val dIsère den ersten Weltcupsieg: Der Bündner gewinnt den Riesen. Zwei Monate später holt der «Iceman» in derselben Disziplin WM-Gold.
20. 12. 2008: Beim Heimrennen in St. Moritz erlebt die Schweiz die Geburtsstunde des neuen «Fräulein-Wunders»: Lara Gut (17) rast im Super-G zu ihrem ersten Weltcupsieg, ihre Teamkollegin Fabienne Suter (24) fährt auf Rang 2.
17. 1. 2009: In Wengen schauen alle auf Didier Cuche (34), doch der wird vom anderen Didier in den Schatten gestellt: Didier Défago (31) gewinnt sensationell die Lauberhorn-Abfahrt. Sieben Tage danach jubelt der Walliser auch in Kitzbühel. Franz Heinzer war vor «Deff» der letzte Schweizer, der 1992 diese beiden Klassiker im selben Winter gewann.
22. 1. 2009: Die Schweiz steht unter Schock: Überflieger Dani Albrecht (25) stürzt beim Zielsprung der Kitzbüheler Streif brutal ab. Der Walliser wird mit Schädel-Hirntrauma und Gehirnblutungen ins Innsbrucker Uni-Spital geflogen, wo er 21 Tage im künstlichen Koma liegt.
9. 3. 2009: Das gabs noch nie: Mit Benni Raich (Ö/31), Ivica Kostelic (Kro/29), Jean-Babtiste Grange (Fr/24) sowie Svindal und Cuche haben vor dem Weltcupfinale in Åre noch fünf Athleten Chancen auf den Sieg im Gesamtweltcup. Am Schluss setzt sich Svindal mit zwei Punkten vor Raich durch, Cuche wird Dritter.
<b>Ältester Sieger</b>
In Sestriere hat Didier Cuche, seit Val dIsère schon der älteste (Super-G)-Weltmeister, mit 34 Jahren und sieben Monaten seinen Landsmann Michael von Grünigen (33 Jahre/11 Monate) als ältesten Riesenslalom-Weltcupsieger abgelöst. Der absolut älteste Weltcupsieger ist immer noch Marco Büchel seit seinem Super-G-Triumph 2008 in Kitzbühel mit 36 Jahren und drei Monaten. (Si)
<b>Ältester auf dem Podest</b>
Unverwüstlich ist der Schwede Patrik Järbyn, der mit gut 38 Jahren schon der älteste WM- Medaillengewinner ist. In Val Gardena (3. in Super-G) schraubte Järbyn seine eigene Bestmarke als ältester Fahrer auf dem Podest auf sagenhafte 39 Jahre und 9 Monate. (Si)
<b>Seniorinnen</b>
Auch die Frauen bekommen allmählich Freude an der Jagd auf die Altersrekorde. Beim Weltcup-Finale in Åre schraubte Renate Götschl mit dem 3. Rang in der Abfahrt die Bestleistung auf 33 Jahre und acht Monate. Sie übertraf damit Michaela Dorfmeister um ein Jahr. Absolute Rekordhalterin bleibt Alexandra Meissnitzer, die es vor einem Jahr in Bormio im Super-G im Alter von 34 Jahren und neun Monaten aufs Podest schaffte. (Si)
<b>Juniorinnen</b>
Meissnitzer war damals doppelt so alt wie Lara Gut, die sich in St. Moritz im Alter von 17 Jahren und acht Monaten zur jüngsten Super-G-Siegerin ausrufen liess. Lara Gut entriss Alenka Dovzan den Rekord. Jüngste Weltcup-Siegerin insgesamt ist immer noch die Deutsche Pamela Behr, die heutige Frau des Fis-Marketing- Direktors Christian Knauth. Sie gewann ihr erstes Rennen im zarten Alter von 16 Jahren und vier Monaten. (Si)
Knapp
Knapp endeten die Entscheidungen in Beaver Creek und Tarvisio. Im Männer-Riesenslalom siegte Benjamin Raich 0,01 vor Ted Ligety und in der Frauen-Abfahrt Gina Stechert mit 0,01 vor Lindsey Vonn. Auf die Hundertstelsekunde gleich schnell waren Anja Pärson und Dominique Gisin bei ihrem Abfahrtssieg in Altenmarkt- Zauchensee. (Si)
Neue Siegerinnen
Bei den Frauen schrieben sich sieben Fahrerinnen erstmals in die Weltcup-Siegerliste ein: Sarka Zahrobska, die vorher zwar schon Weltmeisterin geworden war, Tessa Worley, Lara Gut, Dominique Gisin, Jessica Lindell-Vikarby, Gina Stechert und Sandrine Aubert. Lindell-Vikarby und Stechert erlebten kurz darauf auch die Schattenseiten des Skisports. Beide zogen sich einen Kreuzbandriss zu. (Si)
Neue Sieger
Da es in dieser Saison bei den Männern keine Seriensieger gab (nur Raich gewann vier Rennen), reihten sich 22 verschiedene Fahrer in die Siegerliste ein. Von denen gewannen acht zum ersten Mal: Peter Fill, Carlo Janka, Christof Innerhofer, Klaus Kröll, Silvan Zurbriggen, Julien Lizeroux, Romed Baumann und Manuel Osborne-Paradis. (Si)
Sprünge
Den grössten Sprung in diesem Winter machte Gauthier de Tessières in Val dIsère, als er es im 2. Lauf von der Position 30 aufs Podest (3. Rang) schaffte. Das gelang im Riesenslalom noch keinem. Vom 25. auf den 4. Platz rückte Sandro Viletta im Riesenslalom von Adelboden vor, Benjamin Raich im Slalom von Zagreb vom 28. auf den 6. und Lara Gut auf dem Semmering vom 15. auf den 3. (Si)