Dani trainiert in Österreich Ski-Star Albrecht im Stangenwald

KAUNERTAL - Daniel Albrecht (26) macht weiterhin gewaltige Fortschritte: Gestern versetzte er die Österreicher auf Ski ins Staunen.

  • Publiziert: 04.06.2009, Aktualisiert: 14.01.2012
  • Von Marcel W. Perren

Nervöses Getuschel am Frühstückstisch beim Kirchenwirt am Kaunertalgletscher. «Schauts, der schaut aus wie der Albrecht», sagt ein österreichischer Nachwuchsfahrer, der am Tisch der Schweizer ein bekanntes Gesicht entdeckt. «Was will denn der Albrecht schon wieder auf dem Gletscher?»

Aber er ist es! Unter der Anleitung seiner beiden Trainer Sepp Brunner und Jörg Roten trainiert Dani Albrecht erstmals seit seinem fürchterlichen Unfall in Kitzbühel vor 18 Wochen in den Riesenslalom-Toren.

«Dani, schön, dass du wieder da bist»

Schon nach dem zweiten Riesen-Lauf funkt Sepp Brunner begeistert zum Start hinauf: «Respekt Dani, du hast schon wieder ein paar sehr gute Schwünge gezeigt!»

Die Kollegen freuen sich über die Rückkehr des Fieschers – wie Rainer Schönfelder. Beim Wiedersehen mit seinem Schweizer Kollegen strahlt er übers ganze Gesicht: «Dani, schön, dass du wieder da bist.»

«Es ist wunderschön»

Albrecht freut sich zwar auch über die Begegnung, hat aber ein kleines Blackout und gesteht: «Ich kann mich nicht mehr an den Namen dieses Athleten erinnern.» Kollege Beat Feuz hilft nach: «Das war der Schönfelder.»

Albrechts Namen kennt in Österreich dafür jedes Kind. Am Schlepplift wartet denn auch eine Gruppe von Buben und Mädchen auf unseren auferstandenen Ski-Helden. Ein Knirps geht auf ihn zu: «Dein Sturz in Kitzbühel war mega cool. Dürfen wir mit dir ein Foto machen?»

Dani nickt lächelnd. Dieses Lächeln ist zu seinem Markenzeichen geworden: « Ich geniesse es so sehr, wieder auf den Ski zu stehen. Es ist wunderschön.»

Den ganzen Artikel lesen Sie im BLICK vom 4. Juni 2009

Das sagen die Trainer

Trainer Sepp Brunner ist überzeugt: «Das Skifahren ist für Dani die beste Therapie überhaupt. Das fordert ihn nicht nur körperlich, es fördert vor allem seine Koordination.» Und tatsächlich: Mit jedem Lauf macht Albrecht einen Schritt nach vorne.

Jörg Roten: «Natürlich steht uns auf dem Weg zurück an die Weltspitze noch sehr viel Arbeit bevor. Aber wenn man bedenkt, dass er vor sechs Wochen noch im Spital lag, sind seine jetzigen Leistungen sensationell.»

Der Unfalltag

Am 22. Januar verunfallte der Walliser im Training zur Abfahrt in Kitzbühel und wurde zuerst auf der Intensivstation des Universitätsspitals von Innsbruck behandelt. Am 15. Februar konnte Albrecht ins Inselspital Bern verlegt werden, wo er zuletzt in wöchentlich rund 30 Stunden sein Schädel-Hirn-Trauma therapierte. Seit dem Unfall hat Albrecht zehn Kilogramm abgenommen. (Si/raf)

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