Schock für die Fans! Olympiasiegerin Gisin tritt zurück

Noch keine 30 Jahre alt, tritt mit Dominique Gisin unsere Abfahrts-Olympiasiegerin und Sportlerin des Jahres von der Ski-Bühne.

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Der brisante Dialog wird vorletzte Woche unweit der Wachs-Kabinen in Garmisch-Partenkirchen geführt. Dominique Gisin unterhält sich mit ihrem Konditions-Trainer Christoph Boner, der nach dieser Saison seine Stelle bei Swiss Ski verlassen wird.

Weil die Engelbergerin nicht bemerkt, dass die Wachs-Container Ohren haben, vertraut sie dem Bündner ein Geheimnis an: «Wir könnten für die Mannschaft ein gemeinsames Abschiedsfest organisieren – ich werde meine Karriere nämlich ebenfalls beenden!»

Will unser Golden Girl von Sotschi ihre Rennlatten tatsächlich für immer in den Keller stellen? Nun, offiziell mag sich die Abfahrts- Olympiasiegerin erst am kommenden Donnerstag anlässlich einer Pressekonferenz beim Weltcupfinal in Méribel über ihre Zukunft äussern.

Doch ein Team-Insider bestätigt SonntagsBlick: «Dominique hat letzte Woche Trainer und Teamkolleginnen in ihren Rücktrittsplan eingeweiht.» Und dieser Plan trifft Gegnerinnen, Trainer und Fans völlig überraschend und richtig heftig.

«Weil Gisins geistiger Horizont weit über die Skispitzen hinausgeht, war mir zwar schon früh klar, dass sie nicht bis ins Alter von 40 Jahren Rennen bestreiten wird. Gleichzeitig war ich mir bis vor ein paar Tagen ganz sicher, dass sie ihre Karriere bis zur Heim-WM 2017 in St. Moritz fortsetzen wird», gesteht ein Swiss-Ski-Funktionär.

Die WM in St. Moritz hätte auch deshalb besonders gut in die Biografie der 29-Jährigen gepasst, weil sie ihre ersten Lebensjahre im Engadin verbracht hat.

Auf St. Moritzer Schnee hat Dominique das Skifahren erlernt. Doch die Schmerzen und die Verschleiss-Erscheinungen ihrer zahlreichen Knieverletzungen sowie ihr Lechzen nach einer neuen Herausforderung scheinen stärker zu sein als der Reiz von einem Welt-Titelkampf in ihrem «Kinderzimmer».

Der Reiz der Physik ist Gisins treibende Kraft

«Dominique wird ab dem Sommer ihr Physik-Studium fortsetzen, das sie vor ihren ersten grossen sportlichen Erfolgen angefangen hat», behauptet ein Bekannter von Gisin.

Vor drei Jahren erklärte die Besitzerin des Privatpilot-Brevets in einem Interview mit dem Magazin der «Air Edelweiss», warum sie die komplexe Wissenschaft so sehr anzieht:

«Naturwissenschaften haben mich immer fasziniert. Auch beim Skisport und beim Fliegen hat man viel mit Kräften zu tun, daher interessieren mich die tieferen Zusammenhänge.»

Wer weiss, vielleicht gewinnt Gisin eines Tages als fünfte Schweizerin nach Charles Edouard Guillaume (1920), Felix Bloch (1952), Heinrich Rohrer (1986) und Karl Alexander Müller (1987) den Nobelpreis für Physik.

Doch ihren Trainern und unzähligen Fans wäre es sicher lieber, wenn Dominique bis am Donnerstag ihren Entscheid mit dem Rücktritt vom Skirennsport noch einmal überdenken würde.

Publiziert am 15.03.2015 | Aktualisiert am 15.03.2015
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Mit Verletzungen erlebte Dominique auch die Schattenseiten des Sports – gewann aber auch Olympiagold und den Sports Award. Sven Thomann

Olympia-Gold überstrahlt alles

Am 29. November 2005 taucht Dominique Gisin in Lake Louise erstmals im Weltcup auf. Die 20-Jährige, die zuvor die Vorschulung für die Ausbildung zur Kampfjet-Pilotin absolviert hat, startet gleich mit einer Trainingsbestzeit durch. Im Rennen fliegt sie jedoch ab und muss mit einem Innenbandriss den Heimflug antreten.

Zwölf Monate später gewinnt das Super-Talent ihre ersten Weltcuppunkte – 9. Rang bei der Abfahrt in Val d’Isère (Fr). Im Januar 2009 feiert Dominique bei der Abfahrt in Altenmarkt (Ö) zeitgleich mit Anja Pärson den ersten Weltcupsieg. Sechs Tage später doppelt sie in Cortina d’Ampezzo nach. 2012 bringt ihr Cortina kein Glück: Bei einem Trainings-Crash erleidet sie einen schweren Meniskus- und Knorpelschaden im linken Knie und muss die insgesamt neunte Knie-OP über sich ergehen lassen.

Bei der WM-Abfahrt 2013 bricht sie sich die Mittelhand. In der Saison 2013/14 fährt Gisin im Weltcup zwar nie aufs Podest, dafür schlägt am 12. Februar bei den Olympischen Spielen ihre ganz grosse Stunde – Gisin gewinnt zeitgleich mit Tina Maze Abfahrts-Gold.

Nicht in Erfüllung geht in diesem Winter der Traum von WM-Gold. Drei Wochen vor dem Abflug nach Beaver Creek verletzt sich Dominique einmal mehr in Cortina – Bruch des Schienbeinkopfs. Die WM-Abfahrt kommt zu früh. Gisin reist zwar in der zweiten WM-Woche für den Riesen nach Colorado, bei dem sie aber nicht über den 19. Rang hinauskommt.

Hier holt Gisin Olympia-Gold

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20 Kommentare
  • Fliederotto  Silkonbort aus Rheintal
    16.03.2015
    Unglaublich wie die Presse so etwas persönliches, wichtiges mit Vorabinfos versaut. Jeder fokussiert auf die anstehenden Momente und die Fragen zum Rücktritt bereits vor dem letzten Rennen beantworten zu müssen ist daneben. Die schreibende Zunft würde besser die Zeit für einen guten kernigen Artikel verwenden - an dem Tag an dem die Sportlering gesagt hat was sie sagen will! PS: Dazuu habt ihr ja den Blick am Abend. Schade!
  • Heinrich Karl  Buser 15.03.2015
    Ich wünsche Dir Dominique viel Erfolg im Privatleben. Du bist zu mehr instande, als nur "Skihäschen" zu sein. Nimm Dir als Vorbild Deine "Aargauer" Grosseltern, Dein Onkel oder den Papa. Alle waren oder sind hochintelligent und beruflich erfolgreich. Dieses Gisin-Gen schlummert in Dir und will genutzt werden. Das ist mehr Wert als Medaillen und Knochenbrüche. Alles Gute Dominique!
  • Hans  Plüss 15.03.2015
    Ein überfälliger Entscheid, aufgrund ihrer eher zufälliger Erfolge. Auf dem Podest hat man sie nicht gesehen, aber überall dort wo es Mikrofone oder Kameras hatte.
  • Peter  Kunz aus Biberist
    15.03.2015
    Besten Dank an Frau Gisin. Sie ist ein grosses Vorbild mit Ihrer persönlichen Stärke und mit Ihrem Charakter. Nach jeder Verletzung, nach jedem schweren Sturz kam Sie zurück und holte doch noch Gold in die Schweiz! Ihr Gold. Danke, danke, danke und weiterhin alles Gute. Frau Gisin wir werden Sie nicht vergessen.
  • Mike  Deller 15.03.2015
    Wäre schade! Sie ist eine tolle Fahrerin in den schnellen Disziplinen. Diesen Winter liefs halt leider nicht so gut. Mich würde es freuen, wenn sie bis St. Moritz 2017 weiter machen würde! Wenn sie sich aber nicht mehr 100 Prozent motivieren kann und sie die Wissenschaft mehr reizt, hat ein Weitermachen keinen Sinn.