Pirmin Zurbriggen warnt Didier Cuche «Olympia-Favorit zu sein, ist brutal schwierig.»

  • Publiziert: 25.01.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Erich Morger (Text) und Toto Marti (Fotos)

Dreimal gewann Pirmin Zurbriggen (46) in Kitzbühel die Abfahrt. Nun erzählt er, wie sein Puls 1988 kurz vor dem Olympia-Start trotzdem auf 160 stieg.

Ein Traum-Wochenende mit zwei Siegen für Didier Cuche. Pirmin Zurbriggen, wie stufen Sie seine Leistung ein?
Pirmin Zurbriggen:
Jeder wusste es vor dem Start, Cuche ist der grosse Favorit. Wie er das im Rennen packte – phänomenal! Denn alles muss stimmen. Kopf, Körper, Material. Und du brauchst den Instinkt, in jedem Moment richtig zu reagieren.

Wie erlebten Sie die Siegesfahrt von Cuche?
Ich war am Samstag auch wieder ein Rennfahrer, fuhr bei Cuche jede Sekunde mit. Alle schwierigen Stellen lebte ich mit. Und als ich sah, dass es zum Sieg reicht, schrie ich laut auf.

Werden Sie bei Skirennen oft wieder zum Rennfahrer?
Nein, nur in Kitzbühel. Nur hier ist es so emotional. Hier kann jedem Fahrer etwas zustossen.

Kitzbühel war die letzte Abfahrt vor Olympia. Auf Cuche lastet nun die Rolle des Favoriten. 1988 gewannen Sie die letzte Abfahrt vor Olympia und danach in Calgary Gold. Wie lebt es sich als Olympia-Favorit?
Brutal schwierig! Entscheidend ist die erste Reaktion auf der Abfahrtspiste. Du musst von Anfang an eine positive Beziehung zur Strecke aufbauen. Dich in der neuen Umgebung heimisch fühlen. Sonst kannst du die Leistung nicht bringen.

Und die Nervosität?
Du versuchst, ein cooler Hund zu sein, willst sie gar nicht zulassen. Aber plötzlich kommt der «Sauhund». Das kann ein halber Tag vor dem Rennen sein oder zwei Minuten vor dem Start. Das ist wie ein Schock.

Wie erlebten Sie es 1988?
Ein paar Minuten vor dem Start sagte ich zu meinem Servicemann: «Ich bin verloren. Habe null Kraft mehr. Keine Chance.» 150, 160 – so hoch schlug mein Puls. Ich hatte Angst, dass ich es nicht schaffe.

Lesen Sie das ganze Interview im BLICK von heute.

play Hahnenkamm-Abfahrt und Super-G Sieger Didier Cuche (l.) posiert mit Ski-Legende Pirmin Zurbriggen (r.). (Toto Marti)

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