Kopf hoch Didi! Ösi macht Cuche Hoffnung

  • Publiziert: 02.02.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Marcel W. Perren

Kann Didier Cuche bei Olympia trotz gebrochenem Daumen richtig zuschlagen? Österreichs Abfahrts-Ass Klaus Kröll ist felsenfest davon überzeugt!

Am vergangenen Sonntag lädt Cuche (35) nach der geglückten Daumen-OP zu einer Pressekonferenz. Der Neuenburger gibt sich in Anwesenheit der Reporter zwar alle Mühe möglichst optimistisch rüberzukommen. Doch wer Cuche kennt, der merkt in diesem Moment ganz genau: Didiers Selbstvertrauen ist beim Sturz in Kranjska Gora genauso in die Brüche gegangen wie sein rechter Daumen.

Kein Wunder, schliesslich weiss der amtierende Schweizer Sportler des Jahres nicht, wie gravierend das Handicap eines kaputten Daumens in Whistler Mountain wirklich sein wird. Und eine solche Ungewissheit mündet automatisch in Verunsicherung.

Kröll siegte mit gebrochener Hand auf der Streif

Doch ausgerechnet ein Widersacher aus dem Lager der Österreicher gibt unserem Super-Didier neuen Mut: Klaus Kröll (29) gelang vor einem Jahr in Kitzbühel mit einer ähnlichen Verletzung ein aussergewöhnlicher Exploit.

Kröll: «Nur eine Woche nachdem ich am Lauberhorn drei Handwurzelknochen gebrochen hatte, feierte ich beim Super-G auf der Streif meinen ersten Weltcup-Sieg. Und ich hatte damals sicher nicht weniger Schmerzen, als er sie jetzt hat.» Deshalb hat Kröll seinen Kollegen aus der Schweiz im Kampf um Olympia-Gold nach wie vor voll auf der Rechnung: «Der lädierte Daumen wird Didier am 13. Februar bei der Olympia-Abfahrt höchstens ein bisschen im Weg stehen, wenn er sich mit kräftigen Stockstössen aus dem Starthaus hinaus schiebt.»

Und Kröll fügt an: «Aber weil es in Whistler Mountain ziemlich steil vom Start weggeht, wird er hier sowieso weniger Stockstösse benötigen als anderswo.» Anderswo liegen laut Österreichs Abfahrts-Altmeister Franz Klammer (56) allerdings auch die Abfahrten, die Cuches Qualitäten entgegenkommen. «Die Abfahrt in Whistler ist eine Piste auf der sich starke Gleiter wie Manuel Osborne-Paradis oder Michael Walchhofer wohler fühlen müssten als  ein  Didier Cuche.»

Aber auch diesbezüglich  hat Klaus  Kröll eine  andere Meinung: «Im Weltcup sind wir zwar noch nie auf dieser Abfahrt gefahren, doch vom Streckenprofil her erinnert mich die Olympia-Piste stark an die in Kvitfjell.»

Der zweifache Weltcup-Sieger erinnert sich: «Und wenn ich mich nicht gewaltig irre, hat der Didier auch schon in Norwegen eine Abfahrt gewonnen.» Sie irren sich nicht, Herr Kröll: Cuche feierte im März 2007 in Kvitfjell einen seiner 13 Weltcup-Siege.

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