Miller zieht über Didier Cuche her

  • Publiziert: 05.02.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Carl Schönenberger aus Val d’Isère
play Urschrei: Sieht so ein Bremser aus? Didier Cuche jubelt über sein WM-Gold. (Sven Thomann)

Geschwätz – Sucht Bode Miller schon eine Ausrede für die nächste Schlappe an der WM? Er könne halt nicht so gut bremsen wie Cuche, sagt der Plapperi.

Bode habe nie bremsen gelernt, aber beim Super-G war gerade das die Kunst. Dies anerkennt auch der Ski-Experte von «USA Today», Andrew Dampf. Dennoch gibt er dem frustrierten Miller – Super-G-Weltmeister von Bormio 2005 – die Plattform für seine Läster-Tirade. «Wenn du siehst, dass defensives Skifahren ein WM-Rennen entscheidet, dann ist das enttäuschend», poltert der Ami los.

Und weiter: «Wenn die besten Bremser gewinnen, dann ist das für die ja ‹great›. Man hat auf diesem Kurs wohl so fahren müssen. Aber das hat nichts mehr mit Skifahren mit Herz zu tun.» Rennfahren, das müsse doch wirkliches Rennfahren sein. Das am Mittwoch sei nur eine taktische Schlacht gewesen.

Ausgerechnet der 31-jährige Ami zieht so über seine Gegner her. Vor einem Jahr, als er am gleichen Berg bei der WM-Hauptprobe im Februar noch die Super-Kombi gewann, tönte es anders. Da lobte er die Strecke – weil sein voller Angriff damals ganz einfach noch aufgegangen war. Am Mittwoch machte er oben einen Fehler und konnte den Rückstand bis ins Ziel nicht mehr aufholen.

Für Miller sind stets die anderen Schuld

Selber Schuld! Gibts nicht für Bode. Schuld sind immer die anderen. «Ich habe Cuche, Svindal und Fill fahren gesehen», wettert Miller weiter. «Diese Guys fuhren wirklich defensiv Ski. Es gab keinen Augenblick, wo sie wirklich attackierten. Sie sind viel gerutscht und haben fast nur versucht, das Tempo herunter zu bremsen.» So analysiert der Geschlagene die drei WM-Medaillen-Gewinner.

Bronze-Pilot Aksel Lund Svindal kontert norwegisch cool: «Ich habe attackiert. Aber es gibt einen Unterschied, ob man auf einer Piste angreift oder einfach seinen Kopf am Start oben liegen lässt.» Weltmeister Didier Cuche mag gegen seinen Marken-Kollegen bei Head schon gar nicht zurückschlagen. «Darüber kann ich nur lachen», sagt der Neuenburger nach dem gestrigen Abfahrts-Training. Bodes Geschwätz könne er nicht ernst nehmen. Zum Abschluss definiert Bode Miller noch, was er unter Skirennen versteht: «Jeder müsste voll fahren – am Maximum seines Könnens. Dann sieht man, wer gewinnt.»

Das sagt der gleiche Bode, der noch vor Beginn des WM-Winters die zu hohen Risiken im Weltcup anprangerte. BLICK titelte im Oktober mit Millers Prognose : «Es wird Tote geben!»

Bode Miller, wie er leibt und plappert!

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