Trotz Verletzungspause ist Lara Gut die grösste Schweizer Ski-Hoffnung und verzaubert die Ski-Welt. Ihre Eigene ist nicht minder spannend.
Das 1. Mal
Lara ist eine Frühreife. Am 3. April 2001 erscheint ihr Name erstmals in einer Zeitung. Die damals Neunjährige gewinnt in Adelboden ein Nachwuchsrennen. Ihr erstes Weltcup-Rennen bestreitet sie am 28. Dezember 2007. Beim Riesenslalom von Lienz trägt sie die Startnummer 60 und qualifiziert sich als 43. nicht für den zweiten Durchgang.
Ihren ersten Weltcuppodestplatz holt sie sich am 2. Februar 2008 in der Abfahrt von St. Moritz. Und bei ihrem erst 15. Weltcupeinsatz, am 20. Dezember 2008 wiederum in St. Moritz, gewinnt sie erstmals – und wird die jüngste Super-G-Siegerin aller Zeiten.
Lachen – als Waffe
Lara lacht viel. Und laut. Und oft. Selbst im Starthaus. «So bin ich halt», sagt sie dazu – lachend. Die Konkurrenz findet es allerdings weniger lustig. Trainerfuchs Karl Frehsner (70), seit Mai Berater im Team Gut: «Dieses Lachen in diesen Momenten, diese Lockerheit, das setzt der Konkurrenz arg zu. Das ist schon fast psychologische Kriegsführung.»
Multikulti
Am einen Skischuh trägt Lara das Schweizer Wappen, am andern das italienische – eine Hommage an ihren Status als Doppel- bürgerin und ihre Vielseitigkeit. Lara spricht fünf Sprachen und ist in vier Disziplinen schon aufs Podest gefahren.
Sex
Als jüngste Prominente engagiert sich Lara für die Kampagne «Gegen Aids. Für die Betroffenen.» Ihre Aussage: «Beim Sex muss auch der Kopf dabei sein.»
Männer
Über Privates spricht Lara ungern. Das kolportierte Techtelmechtel mit der Südtiroler Abfahrts-Rakete Christof Innerhofer mochte sie nie bestätigen. Auch die
Liebesgeschichte mit einem Spieler des SC Bern blieb bloss ein Gerücht. Eine andere Liaison? «Verrate ich nicht», sagt sie nur dazu.
Heidi
Blonde Haare, azurblaue Augen, strahlendes Lachen. Lara Gut ist die Michelle Hunziker des Skisports, oder zumindest die Francine Jordi der Super-Kombi. Werber Markus Spielmann: «Lara ist ein Wonneproppen: natürlich, unbekümmert, nett anzusehen – ein modernes Heidi. Sie könnte – im wahrsten Sinn des Wortes – für jeden Käse werben.»
Familie
Laras wichtigstes Gut. «Meinen Eltern verdanke ich unglaublich viel». Vater Pauli ist seit dem Abgang von Trainer Mauro Pini wieder ihr Coach, Mama Gabriella im Winter vollamtlich im Team. «Wir müssen aufpassen, dass wir unsern Sohn nicht vernachlässigen.» Ian Gut, Laras kleiner Bruder, gilt ebenfalls als grosses Skitalent. Im Februar gewann der 14-Jährige den Migros-Grand-Prix.
Rivalin als Freundin
Die Österreicherin Anna Fenninger (20) ist Laras Freundin und temporäre Trainingskollegin. Die hoffnungsvolle Allrounderin gehört aber auch zu den grössten Konkurrentinnen. Möglich, dass Gut und Fenninger dereinst ein ähnliches Duell austragen wie Maria Riesch und Lindsey Vonn: einen Kampf um
Weltcup-Kugeln – als Freundinnen.
Vorbilder
Lara hat im Tessin zwei berühmte Vorgängerinnen:
Michela Figini (Bild oben, Olympiasiegerin Abfahrt 1984 und Gesamtweltcupsiegerin 1985 und 88) und Doris de Agostini (8 Abfahrtssiege, 1976 bis 1983). Wie Lara haben beide ihr erstes Weltcup-Rennen vor dem 18. Geburtstag gewonnen. De Agostini (51) ist früher mit Laras Vater Pauli Ski gefahren und hat Lara aufwachsen sehen. «Schon als sie zwei Jahre alt war, merkte man, dass dieses Mädchen etwas Besonderes ist.»