«Kuhhaut» gegen «Millionenfrage»

  • Publiziert: 12.02.2007, Aktualisiert: 03.01.2012
  • von Marcel W. Perren

ÅRE – Nach der Abfahrts-Pleite stehen viele Fahnen in Österreich auf Halbmast. Und zwischen Medien und Athleten tobt der Krieg. Die Hauptdarsteller: ORF-Kommentator Armin Assinger (43) und Hermann Maier (34).

Es war Assinger, der am Sonntagabend das Feuer eröffnete: In seiner Live-Analyse im ORF schoss der Ex-Skistar eine Breitseite auf den Herminator ab. «Es geht auf keine Kuhhaut mehr, dass der Hermann die Schuld am Misserfolg immer beim Material sucht. Fakt ist, dass er zurzeit nicht gut genug Ski fährt!»

Vier Stunden später schoss der Herminator zurück. Auf seiner Homepage hm1.com veröffentlichte er einen Brief an die Adresse des Moderators der Millionenshow. Maier zum Vorwurf der Ausreden: «Ich habe nur gesagt, dass es mir nicht gelungen sei, die Ski richtig laufen zu lassen. Ich wollte damit lediglich meine Selbstkritik zum Ausdruck bringen und niemand anderen beschuldigen.»

Und dann zog Maier seinen Spezialfreund Assinger nach allen Regeln der Kunst durch den Kakao. In Anlehnung an Assingers mässig erfolgreiche Karriere stellte Maier seinen Fans die ketzerische Millionen-Frage: «Wie viele Weltcupsiege von Assinger gehen auf eine Kuhhaut? A: 4, B: 28, C: 41 oder D: 53? Ein kleiner Tipp: Auch Kleinvieh macht Mist…»

Nun, Assinger weist im Gegensatz zu Maiers 53 «nur» 4 Weltcupsiege vor…

Und darauf scheint Assinger keine passende Antwort zu finden. Jedenfalls blieb der sonst so «goscherte» Millionen-Mann stumm.

Dafür musste sich Assingers Moderations-Kollege Rainer Pariasek einiges anhören: «Einige Athleten haben mich wegen meiner kritischen Fragen nach der Abfahrt beschimpft.»

In Österreich brodelt derweil die Volksseele: «Seit dem Skandalspiel Österreich – Deutschland bei der Fussball-WM 1982 gingen bei uns auf der Redaktion nie mehr so viele Anrufe von erbosten Lesern ein wie nach dieser Abfahrt», erzählt Georg Fraisl vom Massenblatt «Kronenzeitung». Grundtenor der erzürnten Leser: Neue Trainer braucht das Land!

Lässt der allmächtige ÖSV-Präsi Peter Schröcks-nadel nach diesem Debakel nun wirklich Köpfe rollen? Fraisl: «Schröcksi verhält sich zurzeit erstaunlich ruhig. Aufgrund von vergleichbaren Situationen in der Vergangenheit weiss ich: Das ist kein gutes Zeichen für seine Angestellten…»

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