Mit Höllen-Ritt zum 5. Triumph in Kitzbühel König Cuche macht sich unsterblich

Welch ein Höllen-Ritt! Welch eine Wahnsinns-Fahrt von Didier Cuche (37). Auch wenn die Hahnenkamm-Abfahrt kastriert werden musste: Cuche bleibt der König von Kitzbühel – für immer!

  • Publiziert: 21.01.2012, Aktualisiert: 21.51 Uhr

Es ist ganz einfach unglaublich: Didier Cuche gewinnt zum fünften Mal die schwierigste Abfahrt der Welt in Kitzbühel. Damit ist der «Schweizer des Jahres 2011» alleiniger Rekordhalter vor Ösi-Legende Franz Klammer, der die Abfahrt am Hahnenkamm zwischen 1975 und 1984 viermal gewinnen konnte.

Sein 19. Weltcup-Sieg macht Cuche zum absoluten König von Kitzbühel – für immer!
Nur zwei Tage nachdem er an selber Stelle seinen Rücktritt per Ende Saison verkündete, brettert der Neuenburger zum letzten Mal in seiner Karriere «seine Streif» hinunter. Und Cuche tut dies, als gäbe es kein Morgen mehr.

«Dass ich am Start wusste, dass ich hier zum letzten Mal starten werde, macht es noch spezieller. Es ist schon ein bisschen verrückt», so Cuche.

Allerdings: Die Abfahrt musste kastriert werden. Wegen den Wetter-Kapriolen mit Schneefall und schlechter Sicht verlegen die Organisatoren den Start auf Höhe Alte Schneise. Sprich: keine Mausefalle, kein Steilhang.

Dennoch gelingt es den zahlreichen Helfern, mit unbändigem Einsatz ein Rennen möglich zu machen. Damit gebührt auch ihnen grosser Anteil an Cuches grossem Triumph! Genauso wie seinem Servicemann, der ihm wieder einmal perfektes Material an die Füsse geschnallt hat.

Die Österreicher können mit Cuche nicht ganz mithalten. Als Romed Baumann aber mit einem Affenzahn über die Hausbergkante schiesst, wird’s nochmals eng. 24 Hundertstelsekunden entscheiden letztlich zu Gunsten von König Cuche. Baumann wird Zweiter vor Klaus Kröll, Joachim Puchner und Johan Clarey.

Die weiteren Schweizer kämpfen mit den widrigen Verhältnissen. Marc Gisin, als Nummer 1 gestartet, zeigt kein schlechtes Rennen, schafft es auf Platz 17. Aber auch er, genauso wie Didier Défago (20.), Carlo Janka (47.), Ambrosi Hoffmann (26.) sowie Patrick Küng, zusammen mit Silvan Zurbriggen auf Platz 24, kommen mit dem anhaltenden, aber leichten Schneefall nicht wie gewünscht zu recht.

Lauberhorn-Triumphator Beat Feuz dagegen zeigt, dass ihn sein beeindruckender Instinkt auch auf der schwierigsten Abfahrt der Welt und mit leicht fiebriger Erkältung nicht im Stich lässt. Der 24-jährige Schangnauer liegt bei Rennmitte rund eine halbe Sekunde zurück – im Ziel aber fehlen Feuz nur noch gerade 9 mickrige Hundertstel, er landet als zweitbester Schweizer auf Platz 6.

Trotzdem führt Feuz mit 300 Punkten weiterhin den Abfahrts-Weltcup an. Dahinter folgen Cuche mit 277 Punkten und Kröll mit 265. (wst)

Kitzbühel (Ö). Weltcup-Abfahrt der Männer.

1. Didier Cuche (Sz) 1:13,28.
2. Romed Baumann (Ö) 0,24 zurück.
3. Klaus Kröll (Ö) 0,30.

4. Joachim Puchner (Ö) 0,36. 5. Johan Clarey (Fr) 0,40. 6. Beat Feuz (Sz) 0,45. 7. Andrej Sporn (Sln) 0,47. 8. Stephan Keppler (De) 0,48. 9. Adrien Théaux (Fr) 0,50. 10. Jan Hudec (Ka) 0,58. 11. Erik Guay (Ka) 0,63. 12. Travis Ganong (USA) 0,64. 13. Max Franz (Ö) 0,66. 14. Aksel Lund Svindal (No) 0,67. 15. Mario Scheiber (Ö) 0,68. 16. Christof Innerhofer (It) 0,69. 17. Marc Gisin (Sz), Marco Sullivan (USA) 0,71. 19. Yannick Bertrand (Fr) 0,80. 20. Didier Défago (Sz) 0,91.

Ferner: 24. Patrick Küng (Sz), Silvan Zurbriggen (Sz) 1,13. 26. Ambrosi Hoffmann (Sz) 1,24. 29. Bode Miller (USA) 1,35. 47. Carlo Janka (Sz) 1,95. 52. Tobias Grünenfelder (Sz) 2,14. 54. Vitus Lüönd (Sz) 2,22.

62 Fahrer gestartet und klassiert. – Bemerkung: wegen des Schneefalls und Nebels verkürzte Strecke (Start bei Einfahrt zur Alten Schneise).

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