Jürg Capol erfand die Tour de Ski mit ein paar Bier in der Sauna «Ohne Kleider diskutiert man freier»

Die Tour de Ski wird dieser Tage zehn Jahre alt. Sie braucht jetzt neue Farbtupfer, ist ihr Erfinder Jürg Capol (51) überzeugt.

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BLICK: Sie haben die Tour de Ski in der Sauna erfunden. Wie war das?
Jürg Capol: Als Langlauf-Renndirektor war ich der Meinung, dass dem Weltcup ein Highlight fehlt. Mit Vegard Ulvang habe ich mich dann bei ihm daheim in die Sauna gesetzt, um herauszufinden, wie das ausschauen könnte. Er hat eine Sauna, die man mit Holz einfeuert. Nach zwei Stunden einfeuern und ein paar Bieren war die Sauna warm. Dann setzten wir uns rein und haben zu reden begonnen. Das war kurz nach der Tour de France, weshalb wir auf die Idee einer Tour de France des Winters kamen. Zum Glück haben wir nach den Bieren alles in seinem Saunabuch festgehalten.

Sind Sie in der Sauna kreatvier? Oder lag es eher am Bier?
Wahrscheinlich eine Kombination. Wichtig war, dass wir motiviert waren etwas zu machen. Wir waren beide positiv eingestellt. Man trägt nicht viele Kleider in der Sauna, da diskutiert man auch freier. Es war aber genauso wichtig, nach der Sauna an das Projekt zu glauben. Wir waren uns sicher, das wird was!

Die Tour ist nun 10 Jahre alt, verliert aber langsam an Reiz.
Ich glaube auch, dass man sich nach 10 Jahren Gedanken machen muss. Es hat sich nun entwickelt und auf einem höheren Niveau als der Rest des Weltcups eingependelt. Aber ja, es ist aber Zeit, über gewisse Sachen zu reden.

Abgesehen von den Etappen in der Schweiz und auf die Alpe Cermis fehlen die Zuschauer. Muss die Tour woanders hin?
Es braucht ein paar Farbtupfer. Neue Orte zum Beispiel. Wir müssen dorthin, wo die Leute sind. Ich denke an eine Stadt, wo der Langlauf auch etwas exotisch ist und die Tour de Ski auch etwas anders präsentiert werden kann.

Sie sind mittlerweile FIS-Marketingchef, brauchen also viele Ideen. Wie oft sind Sie in der Sauna, um etwas auszubrüten?
Es geht für mich ums Schwitzen generell. Beim Sport kommt man auf neue Gedanken. Wenn man immer nur versucht, alles am Laptop zu lösen, ist man immer nur am rumhacken. Man braucht ab und zu etwas anderes. Frische Luft, Bewegung. Oder eben schwitzen in der Sauna.

Was ist Ihre Vision der FIS?
Zwei Sachen sind längerfristig wichtig. Wir brauchen Wintersportler in der neuen Generation. Wer bis 14 keinen Wintersport macht, der machts auch danach nicht. Wir müssen die Kinder auf den Schnee bringen. Das zweite ist, dass wir unsere Produkte wie Weltcup und Weltmeisterschaften hinterfragen. Das gilt für Langlauf, Skispringen und auch den Alpin-Weltcup.

Wenn Sie den Alpin-Weltcup hinterfragen, welche Antworten kriegen Sie?
Ich habe noch keine vollumfängliche Antwort parat. Das Problem sind wohl die zu vielen Disziplinen. Doch der Alpin Weltcup ist nicht in der Krise. Er ist in einer guten Position. Aber es ist doch besser, die Änderungen vorzunehmen solange es dir noch gut geht, damit es dir nachher wieder super geht. Und wenn wir nichts unternehmen, würde die Krise kommen. Momentan ist der Alpin-Weltcup noch immer die Cash-Cow und hat am meisten Aufmerksamkeit. 

Publiziert am 30.12.2016 | Aktualisiert am 12.01.2017
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1 Kommentare
  • Hannes  Dönni aus Sirnach
    30.12.2016
    So en Schmarre!