Ski-Star nutzt Verletzungspause Jetzt ist Feuz ein Bretzeli-Bueb

Die Genesung seines operierten Knies dauert länger als erhofft. Doch Beat Feuz weiss die Zeit zu nutzen. Gestern versuchte er sich als Bäcker.

  • Publiziert: 08.05.2012
  • Von Carl Schönenberger
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Der Weltcup-Winter ist erst wenige Wochen vorüber, da sind die Gedanken vieler Ski-Stars schon bei der kommenden Saison. Nicht so bei Beat Feuz. Der 25-jährige Weltcup-Zweite hat derzeit noch anderes im Sinn. Unfreiwillig – weil ihn sein operiertes linkes Knie zu einer längeren Pause zwingt.

So ist Feuz neuerdings ein Bretzeli-Bueb. Nicht etwa, was sein skifahrerisches Können betrifft – das beherrscht er wie ein Champion. Aber mit der Firma Kambly hat der Emmentaler ein blühendes Unternehmen aus der gleichen Talschaft gefunden, mit dem er künftig für ­gutes Geld zusammenarbeiten will. «Die Begeisterung für das, was wir tun, und die Verwurzelung mit unserer Heimat sind uns beiden gemeinsam», sagt Oscar Kambly, der Oberguezlimacher aus Trubschachen BE. Die Partnerschaft Feuz/Kambly laufe vorläufig über zwei Jahre, sagt Beats Manager Giusep Fry.

Zum Ausruhen gezwungen

Dass er zum Einstand gestern bei seinem neuen Sponsor in der Schaubäckerei selber Bretzeli backen durfte, kommt Feuz gerade recht. Als Zeitvertreib. Denn während seine Gegner das neu reglementierte Material für den nächsten Winter testen und bereits Kondition und Kraft büffeln, ist Feuz zum Nichtstun verdammt. «Die Knie-OP, der ich mich nach dem Weltcup-Final unterzog, war eben doch etwas grösser als erwartet», nennt Feuz den Grund für sein geruhsames Leben. «­Eigentlich wollte man bloss einen losen Knochensplitter rausnehmen, der Schmerzen verursacht hatte. Doch dann mussten die Ärzte auch noch den gerissenen Aussenmeniskus reparieren, lose Knorpelteilchen aus dem Knie spülen und die Knorpelfläche glätten.»

Konsequenz: Drei Wochen an Krücken, Reha-Übungen, Krafttraining bloss für Rumpf und Arme. «Seit letzter Woche darf ich leicht Velo fahren – aber erst auf dem Hometrainer, noch nicht auf der Strasse», so Feuz.

Trainingscamp auf Mallorca

Weil er noch zehn Jahre Ski fahren möchte, wolle er den Rat der Ärzte befolgen, sagt Feuz, «denn Ski fahren kann man ohne Knorpel nicht». Mit seinen Swiss-Ski-Kumpels fliegt er am 19. Mai dennoch ins erste Trainingscamp nach Mallorca. «Bis dann bin ich so weit, dass ich mit dem Velo auf die Strasse kann. Ich fahre halt einfach weniger lang als die andern. Und die steilen Pässe lasse ich aus – oder ich finde ein Elekro-Bike...»

Ende Juli will er erstmals auf die Ski und danach im August zum Training nach Südamerika. Dann ist auch sein neuer Servicemann dabei, den er mit Head unterdessen gefunden hat: Sepp Kuppelwieser, ein Südtiroler, der jahrelang für Kjetil André Aamodt und zuletzt für Peter Fill schnelle Ski hervorzauberte.

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