So verlief der Freitag
07.30 Uhr: Martin und Beatrice Albrecht werden in ihrem Innsbrucker Hotel vom behandelnden Arzt über den aktuellsten Gesundheitszustand informiert. Manager Giusep Fry schickt danach sofort ein SMS zu Cheftrainer Martin Rufener nach Kitzbühel, damit auch Danis Teamkollegen vor dem Super-G erfahren, dass ihr Kumpel die Nacht gut überstanden hat.
11.30 Uhr: Der Albrecht-Clan verfolgt den Super-G aus Kitzbühel vor dem Fernseher im Hotel. Papa Martin erkennt schon bei der Startnummer 1: «Dieser Lauf wäre unserem Sohn wie auf den Leib geschneidert gewesen.»
Später bemerkt er noch, dass Dani bis zu seinem Unfall total auf Kitzbühel fokussiert war: «Immer wenn wir mit ihm im Sommer über den Winter gesprochen haben, hat er uns erzählt, dass er neben einem Sieg bei der WM vor allem den Triumph beim Super-G in Kitzbühel anstrebt.»
13.00 Uhr: Die Albrechts freuen sich über den Podestplatz von Ambrosi Hoffmann, danach setzt man sich im Hotel Sailer zum Mittagessen hin.
13.30 Uhr: Mama Beatrice kann es kaum erwarten, bis sie in 90 Minuten ihren Sohn endlich wieder im Spital besuchen kann. «Ich brauche unbedingt eine Ablenkung. Ich suche jetzt einen Coiffeur, wo ich mir zur Zeitüberbrückung die Haare waschen kann.»
15.00 Uhr: Mama Beatrice, Vater Martin und Danis Freundin Kerstin spazieren von ihrem Hotel in Richtung Universitätsspital. Die nächste Krankenvisite steht auf dem Programm.
16.30 Uhr: Beatrice, Martin und Kerstin kehren von ihrem Krankenbesuch zurück. Obwohl ihnen der Arzt immer noch keine endgültige Entwarnung liefern konnte, versprühen sie viel Optimismus. «Der Dani packt das schon.»
Vor allem Martin Albrecht hat sich das Wiedersehen mit seinem Sohn viel schlimmer vorgestellt: «Obwohl ihm bei diesem Sturz die Ski mit scharfen Kanten um das Gesicht geflogen sind, hat er absolut keine Schnittwunden. Seine Lippen sind zwar ein bisschen vom Aufprall geschwollen und er hat ein paar Schürfungen im Gesicht. Aber ansonsten hat er mir sehr gut gefallen.»
16.45 Uhr: Vater Albrecht informiert seinen ältesten Sohn Fabian per Telefon über den aktuellsten Gesundheitszustand seines Bruders. Auch dieser hatte vor ein paar Jahren aufgrund eines Geburtsfehlers eine Hirnblutung. Heute führt er ohne die geringsten Folgeschäden das Hotel in Fiesch.
18.00 Uhr: Nach der Medien-Orientierung der Ärzte in der Uniklinik kommt Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann ins Hotel, um den Albrechts zu verkünden, dass ihnen die Zimmer in Innsbruck so lange zur Verfügung stehen wie sie wollen.
20.00 Uhr: Mama Beatrice marschiert noch einmal ins Unispital. «Dani wird zwar immer noch genau so tief schlafen, wie am Nachmittag. Aber ich will ihn ganz einfach noch einmal sehen, bevor ich mich ins Bett lege.»
Wie lange die Albrechts noch in Innsbruck bleiben müssen, bis sie mit ihrem Dani sprechen können, wissen auch sie noch nicht. Vorerst bleibt ihr Sohn im künstlichen Tiefschlaf. Und der zuständige Arzt hat je nach Verlauf von Wochen gesprochen, welche die Schweizer Ski-Hoffnung noch im Spital verbringen müsse.