Fanny Smith über Holmlund-Drama «Sie hatte einfach nur Pech»

Himmel und Hölle im Südtirol. Die Schwedin Anna Holmlund kämpft nach ihrem Horrorsturz im Spital um ihr Leben. Fanny Smith wird im Rennen Vierte – und freut sich.

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Eine Sportart für «Sensibelchen» ist Skicross definitiv nicht. Der Sport ist gefährlich – Punkt! Der Todes-Crash von Nick ­Zoricic (Ka) 2012 in Grindelwald hat das gezeigt. Das schwere Schädel-Hirn-Trauma, das sich Anna Holmlund beim Training am Montag in Innichen (Südtirol) zugezogen hat, ebenso. Anna liegt im Spital von Bozen im künstlichen Koma.

Nach letzten Untersuchungen seien die Hirnverletzungen so schwer, dass irreparable Schäden nicht auszuschliessen seien, sagt der schwedische Teamarzt gestern. Ihre Eltern bangen am Spitalbett um Annas Leben. Auch ihr Freund Victor Öhling Norberg. Er ist der einzige Skicrosser, der gestern auf den Start beim Rennen verzichtet.

«Auch wenn Anna im Koma liegt, ist es jetzt wichtig, dass sie bekannte Stimmen hört», sagt er.

Die andern fahren. Blochen zu viert gegeneinander die Piste runter. Nützen hautnah den Windschatten. Schneiden enger durch die Kurven, fliegen sich bei den Sprüngen schier gegenseitig an die Köpfe. Keine Spur von Zurückhaltung oder Schock nach dem Holmlund-Drama. Haben Skicrosser kein Herz?

Fanny Smith, die 24-jährige Vaudoise aus Aigle, 2013 Weltmeisterin und eben selbst von einer langen Verletzungspause zurückgekehrt, freut sich nach dem Rennen über ihren vierten Platz. «Das Selbstvertrauen kommt wieder», sagt sie zu BLICK. Und: «Nein, an das Schicksal von Anna habe ich keinen Moment gedacht. Wir haben im Team auch nicht darüber diskutiert.»

Ihr Sport sei weniger gefährlich als derjenige der alpinen Abfahrer, die mit 150 km/h eine Piste hinunterdonnern. «Wir sind keine Verrückten. Anna ­hatte einfach nur Pech. Sie ist an ­einem Ort gestürzt, an dem man eigentlich gar nicht stürzen kann.» Es sei wohl ein Konzentrationsfehler gewesen.

«Skicross ist ein fairer Sport, erfordert gegenüber den Gegnern grossen Respekt.»

Dann denkt aber auch Fanny an Anna, die um ihr Leben kämpft: «Ich habe sie immer bewundert. Sie ist ein gross­artiger Mensch, eine vorbildliche Sportlerin, die beste Vertreterin, die man sich im Skicross wünschen kann, eine super Kollegin. Sie ist so stark, dass sie auch diese schreckliche Situation überstehen wird», gibt sich die Schweizerin zuversichtlich.

Ist Smith wirklich nur cool und kaltherzig? Oder will sie das Schreckliche wie fast alle Skicrosser einfach verdrängen?

Vielleicht gibt Sandra Naeslund, Anna Holmlunds schwedische Skicross-Kollegin, auf diese Frage die Antwort: Die 20-Jährige erlebte gestern in ­Innichen Murphy’s Law. Beim Training vor den Viertelfinal-Läufen stürzt sie an der gleichen Stelle wie Holmlund am Montag. Mit gebrochenem Arm liegt Naeslund ebenfalls im Bozener Spital. Etwa deshalb, weil sie beim Skicross-Fahren mit ihren Gedanken bei der ums Leben kämpfenden Anna war?

Publiziert am 22.12.2016 | Aktualisiert am 30.12.2016
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4 Kommentare
  • Georg  Kuster 22.12.2016
    Das sich keiner darüber freut, dass jemand anderer im Spital liegt ist klar, aber wenn die Konkurrenz weg ist, dann freut sich natürlich jeder Sportler. Sehen wir auch bei Lara Gut und seit da Maze, Fenninger (weiss nicht mehr wie jetzt heisst), Vonn und Höfl-Risch nicht mehr am Start sind, hat sie natürlich endlich Erfolgserlebnisse.
  • Martin  Brummel 22.12.2016
    Lieber eine Aussage wie die von Fanny Smith die ich übrigens nicht als kalt empfinde als ein vorgespieltes Jammern und schluchzen.
  • Roger  Luginbühl 22.12.2016
    Wo sind die Kommentare, die nun auch Skicross verbieten wollen?
  • Thomas  Zürcher 22.12.2016
    In den letzten Jahren gab es immer wieder schwere Unfälle zum Teil mit tödlichem Ausgang.Natürlich kann man sich bei jeder Sportart verletzen und es ist nicht immer einfach Spektakel und Sicherheit zu vereinen.Eines ist klar den Zuschauern gefällts der Kampf Mann gegen Mann oder Frau gegen Frau aber man muss in dieser Sportart einfach die Regeln und vor allem die Sicherheitsstandards nochmals verbessern damit es in Zukunft zu keinen weiteren schweren Unfällen kommen kann.