Jahresbilanz von Lara Gut Siege, Tränen und Mini-Dramen

Der WM-Winter von Lara Gut war bislang eine emotionale Achterbahnfahrt. Was heisst dies für 2017?

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Kurz vor Silvester blicken viele Menschen auf das ablaufende Jahr zurück. Die Fragen sind stets die gleichen: Was habe ich erreicht? Bin ich glücklich? Was hätte ich anders machen sollen?

Sollte sich auch Lara Gut (25) diese Fragen stellen, dürfte ihre sportliche Bilanz positiv ausfallen. Der erstmalige Gewinn des Gesamtweltcups im vergangenen März ist etwas, worauf sie mehr als nur stolz sein kann. Der Frühling ist allerdings lange her. Und so wird sich die Tessinerin vor allem an die jüngere Vergangenheit – sprich den neuen Weltcup-Winter – erinnern. Und da ist die Bilanz zwiespältig. 

Gewiss: Lara gewann drei von zwölf bestrittenen Rennen, holte zwei weitere Podestplätze und war – abgesehen von ihrer «Anti-Disziplin» Slalom – nie schlechter als Sechste, wenn sie die Ziellinie erreichte. Dazu versöhnte sie sich mit ihrer «Problemestrecke» in Lake Louise, blieb verletzungsfrei und gesund. Insgesamt sammelte Gut bis Neujahr 583 Punkte, eine starke Marke.

Statistisch gesehen war Lara allerdings schon zweimal besser: In der letzten Saison holte bis zum gleichen Zeitpunkt vier Siege und 658 Zähler, im Winter 2013/14 waren es vor Silvester vier Siege und 588 Punkte. Vor allem aber hatte die Tessinerin heuer mit zahlreichen (negativen) Episoden zu kämpfen, welche ziemlich kräfteraubend waren.

Beispiele gefällig? In Sestrière ärgerte sich Gut trotz Platz drei über «katastrophale» Fahrten. In Val d'Isère folgten nach zwei Ausfällen Material-Debatten und Tränen. Danach legte sie sich beim (später abgebrochenen) Wind-Riesenslalom von Courchevel per Twitter mit der FIS an («Ist das euer Ernst?»). Jüngst kämpfte Lara in Semmering mit Steinen («mein Ski war zerstört») und erneut gegen die FIS – diesmal sprach Gut nach dem Schneefall-Rennen davon, dass man «mit der Gesundheit der Athletinnen spielen» würde.

Chancen auf Gesamtweltcup-Sieg intakt

Lara bleibt trotz (oder wegen) dieser «Mini-Dramen» in aller Munde. «Sie ist eine unserer wichtigsten Fahrerinnen», sagt FIS-Renndirektor Atle Skaardal (50) zu BLICK. Star des Winters ist allerdings klar Mikaela Shiffrin: Die Amerikanerin führt im Weltcup-Duell gegen Gut mit 798:583 Punkten und bricht mit erst 21 Jahren einen Rekord nach dem anderen.

Trotz allem: Gut ist erfahren und selbstbewusst. Sie wird sich mental nicht selbst zerfleischen, nur weil Shiffrin im Kampf um die grosse Kristallkugel vorne liegt. «Ich weiss, dass es keine perfekte Saison braucht, um den Gesamtweltcup zu gewinnen», sagte Lara vor drei Wochen. Österreichs Cheftrainer Jürgen Kriechbaum ist denn auch überzeugt: «Ich denke, dass Lara das Rennen machen wird.» Sein Argument: Die Schweizerin hätte die «Härte», um eine lange Saison durchzustehen. Shiffrin müsse dagegen erst lernen, die hohen Belastungen zu verarbeiten.

Ob Gut im neuen Jahr ihren Rückstand von 215 Punkten wird ausmerzen können? Möglich ist es auf alle Fälle, schliesslich sind erst 15 von 37 Rennen gefahren. Vielleicht ist für Lara die WM in St. Moritz aber sowieso wichtiger. Noch fehlt ihr eine Goldmedaille an einem Grossanlass – würde sie dies im eigenen Land schaffen, wäre die «Schweizer Sportlerin des Jahres 2016» definitiv im Ski-Olymp angekommen. 

Das Fazit: Auch wenn Gut zuletzt eine steife Brise entgegen blies, weiss sie doch ganz genau, dass der Wind 2017 genau so schnell wieder drehen kann.

Publiziert am 31.12.2016 | Aktualisiert am 09.01.2017
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2 Kommentare
  • Mr  Styrian 31.12.2016
    Liebe Lara Gut Fans. Sorry, aber die junge Dame ist bei Weitem nicht so gut, nur weil
    sie die grosse Kugel ergattert hat. Wahre Grössen sind zwangsläufig out. Nach dem letzten Rennen ohne Sieg hat Lara Gut getobt, währenddem Veit nach über zwei Jahren schmerzhafter Rennpause mit Platz jenseits der 30 das Rennen fröhlich abhakte. M.Shiffrin wird dem ein Ende setzen. Sie ist derzeit das ad Ultimo im Skisport.
  • Georg  Kuster 31.12.2016
    Wieso Achterbahn? Lara Gut hatte ja bisher auch immer nur Zufallssiege wenn die Konkurrentinnen gerade zurückgetreten oder verletzt zu Hause geblieben sind. Das war in diesem Winter ja auch nicht anders. Erst ein Auf und dann kamen halt die anderen wieder und dann wars das gewohnte Ab. Also alles beim Alten und das wird sich auch 2017 nicht ändern. Guten Rutsch Lara. Oder besser eben nicht rutschen.