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Zwei Monate nach Albrechts schrecklichem Abflug in Kitzbühel durfte Brunner seinen «verlorenen Sohn» erstmals wiedersehen. Der 50-jährige Steyrer gibt unumwunden zu, dass er vor dieser Begegnung ordentlich den Bammel hatte: «Als ich vor Jahren noch als Frauen-Trainer in Österreich war, stürzte eine meiner
Nachwuchsfahrerinnen von einem Tandem auf den Kopf und lag danach wie Dani drei Wochen im Koma. Als ich sie dann im Spital besuchte, war sie ganz anders als
vor dem Unfall. Sie hatte nicht mehr denselben Humor, andere Interessen, sie war keine richtige Rennfahrerin mehr. Darum hatte ich Angst, dass sich auch Dani verändert haben könnte.»
Doch diese Angst entpuppte sich zum Glück schnell als unbegründet:
«Ich merkte sofort, dass er sich nicht verändert hat. Dani ist immer noch das sympathische
Schlitzohr, das er vor seinem Sturz war. Er kann schon wieder herum blödeln wie früher, und auch sein
spitzbübisches Lächeln ist wieder da.»
Aber natürlich haben Dani und Sepp bei ihrem Wiedersehen nicht nur geblödelt und gelacht.
Albrecht konnte seinem Coach endlich die ernste Frage stellen, welche ihm schon seit Tagen auf
der Zunge brannte. «Er wollte von mir wissen, ob ich den Eindruck gehabt hätte, dass er in Kitzbühel über
seinen Verhältnissen gefahren sei. Ich konnte ihm
diese Frage mit einem klaren Nein beantworten. Ich habe ihm gesagt, dass er bis zum Zielsprung
alles im Griff hatte und sackstark unterwegs war. Der
Sturz sei die Folge einer Unaufmerksamkeit
von einer Zehntelsekunde gewesen.»