Unsere Skistars von morgen – Teil 3 Bomber aus dem Ziegerschlitz

  • Publiziert: 22.10.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Marcel W. Perren

Er kommt aus dem Glarnerland und trägt den Übernamen «Ziger-Bomber»: Patrick Küng zählt zu unseren grössten Speed-Hoffnungen.

Bereits vor acht Jahren wird der Name Patrick Küng (25) im selben Atemzug wie Dani Albrecht (26) oder Marc Berthod (25) genannt, wenn die Frage nach den grössten Schweizer Ski-Hoffnungen gestellt wird. Dass der Glarner im Gegensatz zu «Albright» und zu «Bört» bis heute weder eine WM-Medaille noch einen Weltcup-Sieg auf seinem Konto hat, ist auf zahlreiche Schicksalsschläge zurückzuführen.

Den brutalsten Tiefschlag muss Küng im Dezember 2002 einstecken: Bei einer Fis-Abfahrt in Verbier verunfallt sein Glarner Ski-Zwilling Werner Elmer tödlich. «Der Werner und ich haben im Skizirkus immer ein Zimmer geteilt, wir sind zusammen durch dick und dünn gegangen. Natürlich habe ich danach beim Rennfahren versucht, diesen schrecklichen Unfall auszublenden. Aber im Unterbewusstsein fuhr Werners Tod eben sehr lange mit.»

Die Narben vom Verlust seines Freundes sind noch nicht richtig verheilt, als er im März 2006 den nächsten Hammerschlag einstecken muss: Beim Training auf der Reiteralm (Ö) bricht sich Patrick das Bein, und fällt danach fast zwei Jahre aus.

Jetzt ist der Ziger-Bomber wieder voll da, aber nicht wie vor dem Beinbruch als Slalom-Spezialist, sondern als Abfahrer. «Nach diesem Unfall bereiteten mir die kurzen Radien im Slalom starke Schmerzen. Darum wechselte ich zu den schnellen Disziplinen, wo ich aufgrund der weiten Radien kaum Schmerzen verspürte.» Kopfschmerzen verursacht Küng im letzten Winter dafür seinen Gegnern im Europacup, weil er ihnen vor allem in der Abfahrt um die Ohren fährt. Ende Saison hat er die Europacup-Gesamtwertung im Sack. Und die bringt ihm heuer einen Fix-Platz im Weltcup ein.

Aufgrund guter Leistungen in der Vorsaison traut ihm sein Trainer Hans Flatscher auch in der Champions League des Skisports einiges zu. Allerdings mit Vorbehalten: «Patrick weist in skitechnischer Hinsicht noch Mankos auf. Und er wird den Nachteil haben, dass er auf den meisten Weltcup-Strecken noch nie gefahren ist. Aber längerfristig kann er ein ganz grosser Abfahrer werden.»
Wetten, dass der Ziger-Bomber gross einschlagen wird?

play Patrick Küng. (Keystone)

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