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Gestern Mittag, kurz nach elf Uhr Ortszeit. Da stand er also wieder, oben an der Kante des spektakulär hohen Golden-Eagle-Sprungs. Svindal und sein Coach Marius Arnesen wirkten nachdenklich.
371 Tage flach gelegen
«Es ist wohl der wichtigste Tag in Aksels Karriere», hatte Arnesen vor der ersten Strecken-Besichtigung für die Super-Kombi vom Donnerstag und die Abfahrt vom Freitag gesagt.
371 Tage sind seit Svindals Schicksals-Trainingsfahrt verstrichen. Am 27. November 2007 war der Norweger von eben dieser Golden-Eagle-Kante ins Elend geflogen.
«Aksel war ungewohnt unkonzentriert auf den Sprung zugefahren», blendet Arnesen zurück. Die Folgen sind bekannt: schwere Prellungen am ganzen Körper, mehrere gebrochene Gesichtsknochen und eine tiefe Schnittwunde im Gesässbereich. Für Monate war Svindal flachgelegt.
Ein Champion steht wieder auf
Gestern stand er also wieder da. Was ging in diesem Moment in Svindals Kopf ab? «Es wird keine einfache Sache», hatte der Gesamt-Weltcupsieger von 2006/07 vor der Besichtigung gesagt. «Aber als Champion muss ich das meistern können.»
Arnesen schwenkte bereits in die Zukunft: «Nach dieser ersten Begegnung mit dem Unfall-Ort ist für Aksel endlich alles vorbei. Auch der spezielle Medienrummel.»
Was Svindal den gestrigen Friedens-Schluss mit «Golden Eagle» leichter machte: Er kennt die Ursachen seines Sturzes. «Dass ich vor einem Jahr beim Sprung nicht konzentriert genug war, habe ich bei der Video-Analyse gesehen.»
Und Arnesen liefert noch einen weiteren Grund für ihren Optimismus: «Aksel ist wieder gesund und fit – er kann voll angreifen.»
«Du warst der Schnellste»
Wie vor seinem Horrorsturz im letzten Jahr. «Wie schnell bin ich bis zu meinem Crash gewesen?», hatte er seinen Coach damals im Spitalbett als Erstes gefragt. «Du warst der Schnellste, vor Didier Cuche», hatte im Arnesen geantwortet. Für Svindal war diese Antwort Motivation während der monatelangen Reha.
Und für die bevorstehenden Rennen auf der «Birds of Prey», der Raubvogel-Piste, macht ihn die letztjährige Zwischenzeit erst recht heiss.
Beim von Bode Miller dominierten Training hats Aksel gestern bewiesen: nur drei Zehntel hinter Didier Cuche. Vater Svindal und Arnesen sind nach Aksels 50-m-Satz beim «Golden Eagle» schwere Steine vom Herzen geplumpst.
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... die ihn vor 371 Tagen ins Spital katapultiert hatte. (Reuters)