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Um Welten voraus: Die USA 17 (links) entfliegt der Alinghi, weil sie in der Seitenlage viel stabiler ist. (AP)
Filmreif war nicht nur das Vorgeplänkel des ersten Rennens, als diese gewaltigen Boote frontal aufeinander zufuhren. Filmreif war auch die Eleganz, mit der die Meeresriesen über das Wasser pflügten. Und auch die Reaktionen danach hätten gut in einen Hollywood-Streifen gepasst.
Larry Ellison, der Besitzer von «BMW Oracle», sass dick eingemummt zwischen seinem Steuermann James Spithill und CEO Russell Coutts. Er war vor dem Rennen in ein Beiboot abgeladen worden, weil er im Gegensatz zu seinem Intimfeind Ernesto Bertarelli nicht steuerte, sondern nur Ballast gewesen wäre. Aber am Ende grinste er, der stets Braungebrannte.
«Wir sind wirklich stolz auf diesen Flügel», sagte er. Und er meinte damit das 68 Meter hohe Flügelsegel der «USA 17», das Wundersegel, das sich in der Mitte klappen lässt und unheimlich viel Druck generiert. So viel Druck, dass die Amerikaner ständig mit zwei Schwimmern fliegen, während die «Alinghi» nie so stabil in der Seitenlage steht.
Ellison hält sich zurück
Ellison konnte den Sieg auskosten. Er weiss, dass der von ihm bezahlte Trimaran höchstwahrscheinlich auch das zweite Rennen gewinnt. Aber in der Stunde des Sieges klopfte er keine grossen Sprüche.
«Wir sind hier zum Segeln. Wir haben ein Rennen gewonnen. Und das hat nichts damit zu tun, ob Ernesto und ich gut miteinander auskommen.» Ob er ihm nach der Entscheidung die Hand schütteln wird? «Absolut!»
Auch Russell Coutts, der den Genfer mit allen Mitteln bekämpfte, will nach der Regatta auf Bertarelli zugehen. «Das machen Sportsleute.» Mit der Gewissheit, die begehrteste Segel-Trophäe wohl bald zu besitzen, ist es einfacher, Klasse auszustrahlen.
«Es sind beides schöne Boote. Sie hatten wohl nicht ihren besten Tag», fügte Coutts an. «Aber überrascht hat mich gar nichts.» Er war sich sicher, dass sie die bessere Konstruktion haben.
Die Alinghi-Seite war baff. Chefdesigner Rolf Vrolijk gab zu: «Eine so grosse Differenz hätte ich nicht erwartet.» Zehn Prozent schneller ist die USA 17 zirka. Das sind auf so lange Kurse Welten.
Bertarelli steuert weiter
Ernesto Bertarelli musste die Niederlage zuerst mit einem Bier runterspülen. Er weiss, dass ihm der Cup wohl entgleitet. «Aber es gibt nichts, weswegen wir uns schämen müssten», sagt er.
Auch im heutigen Rennen über dreimal 13 Seemeilen im Dreieck (ab 10.00 Uhr, SSF live) wird er am Steuer stehen. Und wenn sie verlieren, will Bertarelli nicht mehr vor Gericht. Dann ist der America’s Cup für Alinghi vorerst Geschichte.