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Noch nie wurde im Vorfeld eines America’s Cup so viel gestritten. Noch nie wurde so viel Geld ausgegeben – dem Vernehmen nach mehrere hundert Millionen Dollar – und noch nie waren die Yachten so spektakulär und schnell wie heute.
Wenn am Montagmorgen um 10 Uhr die beiden gewaltigen Boote vor der Startlinie kreuzen, spielen Gerichtstermine und die verbalen Schüsse vor den Bug keine Rolle mehr. Dann zeigt sich, wer die bessere Idee hatte, die bessere Konstruktion, die richtigen Materialien.
Dem Team und der Taktik fällt diesmal im Vergleich zu früheren Austragungen eine marginale Rolle zu – da sind sich die Fachleute einig. Das schnellere Boot wird gewinnen, nicht die besseren Segler.
Das Rennen im Best-of-Three-Modus (wer zwei Siege hat, gewinnt den Cup) wird mit dem Wind entschieden. «Wenn ich am Morgen den Wetterbericht sehe, weiss ich, wer gewinnt», sagte Oracle-Skipper Russell Coutts schon vor zwei Wochen.
Es wird angenommen, dass der Katamaran Alinghi 5 Vorteile bei leichten Winden hat, der Trimaran BMW Oracle 90 bei stärkeren Winden.
Nachdem das Schweizer Syndikat vergeblich versucht hatte, die Wind-Obergrenze bei 15 Knoten festzulegen und damit bei der internationalen Jury abblitzte, ist das Rennen nun so offen, wie die Segel-Fans es sich erhofften.
Bis zu 60 Stundenkilometer sind möglich
Die beiden ultra-leichten Boote könnten theoretisch in der Spitze über 35 Knoten schnell segeln, also über 60 Stundenkilometer – eine neue Dimension der Geschwindigkeit.
Falsch gesegelt können die fast 60 Meter hohen Giganten aber schon bei 10 Knoten kentern. Spektakulär wird nur schon die Wasserlage der beiden sein. Bereits bei 8 Knoten Wind kommt bei der Alinghi der luvseitige Rumpf aus dem Wasser.
Treffen die aktuellen Wetterprognosen ein, kann der Titelverteidiger dem ersten Rennen gelassen entgegenblicken. Denn für den Montag werden nur 6 bis 8 Knoten Wind vorausgesagt.
Ein klarer Nachteil für die Amerikaner um Skipper Russell Coutts. Ein Spektakel wird das Rennen der Meeres-Giganten allemal.