Alinghi ausspioniert Bertarelli: «Oracle ist bereit, das Gesetz zu brechen!»

  • Publiziert: 13.05.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Simon Häring

ZÜRICH - BMW Oracle wendet fiese Tricks an. Das sagt kein geringerer als Alinghi-Boss Ernesto Bertarelli.

Die gute Nachricht vorneweg: Die Chancen, dass der America’s Cup zu Beginn des nächsten Jahres endlich über die Bühne gehen kann, stehen gut.

Alinghi-Präsident Ernesto Bertarelli zu Blick.ch: «Wir bereiten uns auf alles vor und ich glaube, wir haben gute Voraussetzungen geschaffen, um den America’s Cup erneut zu verteidigen.»

Die Spionage-Attacken von BMW Oracle (Blick.ch berichtete) nimmt der Genfer vordergründig gelassen. Bertarelli: «Wir sind der Titelverteidiger. Die Amerikaner haben sich entschieden, uns auf allen Ebenen herauszufordern. Auf dem Wasser, aber auch auf dem rechtlichen Weg.»

Dann wird der Alinghi-Patron giftiger. «Wir wissen, dass BMW Oracle zu allem bereits ist. Sie nehmen auch in Kauf, die Privatsphäre zu verletzen, ja sogar das Gesetz zu brechen. Für uns ist das eine neue Situation, aber wir werden auch diese Herausforderung annehmen», sagt Bertarelli.

Am Donnerstag findet in New York eine wichtige Gerichtsverhandlung statt. Da soll entschieden werden, unter welchen Rahmenbedingungen gesegelt wird. Bertarelli: «Für uns ist vor allem wichtig zu wissen, wo und mit welchen Booten BMW Oracle segeln will.»

So wird gesegelt

Die wichtigste Neuerung: Anders als bei den letzten Austragungen wird beim nächsten Americas Cup mit so genannten Mehrrumpfbooten gesegelt. Bertarelli: «Diese Boote sind zirka drei bis viermal so gross wie jene, die wir bisher gesegelt sind. Das Tempo ist enorm. Wir haben erfahrene Leute, die solche Boote segeln können und freuen uns auf die Herausforderung.»

Alinghi testet in Genf

Der Katamaran, mit dem Alinghi die Titelverteidigung angehen will, ist erst im Bau. Dies, weil die Entwicklung zwischenzeitlich unterbrochen wurde. Nils Frei, Crew-Mitglied: «Wir sind im Rückstand und unter Druck, aber wir werden das aufholen.» Segel-Fans können sich freuen: Alinghi will das neue Boot im Sommer auf dem Genfersee einweihen und dort auch umfangreiche Tests durchführen. Bertarelli: «Es ist grossartig für die Fans, es wird sehr spektakulär werden.»

Streit um den America's Cup

Alinghi bestimmte im Juli 2007 den Club Nautico Español de Vela (CNEV) als ofiziellen Vertreter der Herausforderer. Die Spanier haben noch nie eine internationale Regatta ausgetragen – ein Verstoss gegen die Stiftungsurkunde. BMW Oracle prozessierte und bekam recht. Seither ist das Team von Milliardär Larry Ellison offizieler Herausforderer und die Teams liegen im Clinch. Gestritten wird über die Rahmenbedinungen (Boot, Austragungsort, Modus etc.).

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