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Gier, diese Todsünde, zerstört. In der Politik, in der Wirtschaft und im Sport. Der America’s Cup ist das beste Beispiel. Er war einst das bedeutendste Segelrennen der Welt. Dann enterten ihn zwei satte Milliardäre, gierig nach sportlichem Ruhm. Heute gleicht er einer endlosen Farce.
Ernesto Bertarelli und Larry Ellison heissen ihre Darsteller, Alinghi und BMW Oracle ihre Boote. Ums Segeln gehts schon lange nicht mehr. Am Samstag liess Bertarelli zwar seine «Alinghi 5» vor laufenden Kameras ins Wasser, in Ras al-Khaimah am Persischen Golf. Dort will er im Februar 2010 den Cup verteidigen.
Unabsehbar ist der Schaden, den sie ihrem Sport zufügen
Ellison klagt jedoch gegen den Austragungsort, der zu unsicher sei und ungünstige Winde aufweise – der x-te Zoff der Milliardäre. Unfassbar, aber wahr: Ob, wo und wie der 33. America’s Cup ausgetragen wird, entscheiden letztlich Juristen. Vor dem Supreme Court in New York.
Rückblende: 2003 triumphierte Alinghi als erstes europäisches Team in der 158-jährigen Geschichte des America’s Cups, der auf bestem Weg schien, ein sportliches Grossereignis zu werden. Die Teilnehmerzahl wuchs, renommierte Firmen warben, und die Zuschauer entdeckten Segeln als coolen Hightech-Sport.
Tempi passati. Erst missbrauchte Alinghi das Privileg des Titelverteidigers und definierte die Cup-Regeln einseitig zum eigenen Vorteil. Dann erzwang BMW Oracle vor Gericht, dass alle anderen Teams vom 33. Cup ausgeschlossen sind.
Inzwischen würden Ellison und Bertarelli selbst dann Heerscharen von Anwälten aufbieten, wenn es um den Beweis ginge, dass Wasser nass ist
Wo die Not am grössten ist, wächst das Rettende auch. Endlich regt sich Widerstand. Renommierte Segler fordern eine unabhängige Cup-Instanz. Nur so liesse sich der America’s Cup renovieren – und die Macht der Milliardäre brechen.
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Ernst Kindhauser – Stv. Sportchef BLICK.