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Titelverteidiger Alinghi verkündete gestern, dass sich ihr Katamaran-Gigant ab dem 8. Februar 2010 mit dem Trimaran-Monster im Persischen Golf messen wird. Neben der idealen Infrastruktur – das Emirat stellt Teams, Sponsoren und Medien extra die künstliche Insel «al-Hamra» als Basis zur Verfügung – biete die Region gemäss Alinghi-Vize-Kommandant Fred Meyer optimale Segelbedingungen für Hightech-Boote.
Die Bedingungen gewähren Sicherheit für beide Teams
Das Land verfüge zudem durch ATP-Tennis-, PGA-Golfturniere und Formel-1-Rennen über ausreichend Erfahrung mit Erste-Klasse-Sportanlässen. Skipper Brad Butterworth kennt die Region bestens, weil er in früheren Wintern schon mit Alinghi-Booten im Orient trainierte. Für ihn war vor allem das Wetter ausschlaggebend: «Die Bedingungen dort gewähren Sicherheit für beide Teams.» Er meint damit leichte Winde und flaches Gewässer – Attribute, die den filigranen Alinghi-Kat gegenüber dem schwereren Dreirumpf-Kahn von Oracle bevorteilen könnten.
Nicht zuletzt deshalb ist zu erwarten, dass das Syndikat des US-Milliardärs Larry Ellison erneut –zum fünften Mal – vor Gericht ziehen wird. Die Gegner behaupten, direkte Duelle zwischen Titelverteidiger und Herausforderer müssten im europäischen Winterhalbjahr in der südlichen Hemisphäre stattfinden. Alinghi-Boss Ernesto Bertarelli fühlt sich daran aber nicht mehr gebunden. Im letzten Gerichtsurteil hiess es, das Rennen könne in Valencia «oder an jedem anderen Ort» stattfinden.
Alinghi plant in kleinen Schritten
Bis Klarheit zwischen den Zankhähnen herrscht, plant das Alinghi-Lager nur in kleinen Schritten. Klar ist, dass «Alinghi 5» morgen (8.00 Uhr), wenn es das Wetter erlaubt, abermals vom russischen Schwertransport-Heli Mi-26 von Le Bouveret über die Alpen nach Genua transportiert wird und dort einige Wochen im Mittelmeer trainieren wird.
Zu allen anderen Fragen halten sich die Verantwortlichen bedeckt. Vermutlich im September oder Oktober, nach sechs, acht oder zehn Wochen, wenn es im Golf nicht mehr so heiss ist, werde gen Osten gezügelt. Genauere Angaben zu Transport- und anderen Kosten des vage formulierten «90-Millionen-Projekts» gibt es nicht. Ebenso wird verschwiegen, mit welchem oder mit wie vielen Booten dann nächsten Februar im Orient gekämpft wird.
Gerüchte um den Bau eines zweiten Schweizer Katamarans werden nicht dementiert. Es heisst: «Alinghi 5 ist lediglich der erste Schritt in unserer Entwicklung.» Was folgt, steckt noch in Aladins Wunderlampe.