1,93 m gross, 140 kg schwer – Alinghis Grizzlybär

  • Publiziert: 01.07.2007, Aktualisiert: 20.01.2012
  • von Sandro Compagno

VALENCIA – Der Mann fällt auf. Wann immer die Regie am America’s Cup auf die am Mast der SUI100 befestigte Kamera schaltet, rückt ein kahlköpfiger Alinghi-Grinder in den Mittelpunkt. Der Mann mit dem stoischen Gesichtsausdruck ist Mark McTeigue.

Die Grinder sind die Kraftwerke an Bord der AC-Jachten. Mit Spitzenleistungen von bis zu 1300 Watt bringen sie die Segel in Position, während fünf Minuten sind sie in der Lage, 500 Watt zu halten. «Das ist etwa so viel, wie ein guter Bahnfahrer im Radsport schafft», sagt Otmar Keller, Fitnesstrainer bei Alinghi.

Mark McTeigue, 44-jährig, Australier, Vater von drei Töchtern, beeindruckt nur schon durch seine Dimensionen: 1,93 Meter gross, 140 Kilo schwer! Ein Brocken von einem Mannsbild.

Der 32. America’s Cup ist seine fünfte Teilnahme am ältesten Segelbewerb der Welt. McTeigue hatte 2003, von BMW-Oracle kommend, bei Alinghi angeheuert.

Noch vor einem Jahr war seine Teilnahme in Valencia ernsthaft in Gefahr. Statt auf einer Alinghi-Rennjacht befand sich der Grinder in der Privatklinik Linde in Biel. McTeigue war unglücklich ausgerutscht und hatte sich dabei drei Viertel der Quadrizepssehne am Kniegelenk abgerissen! «Es stand wirklich auf der Kippe», erinnert sich Otmar Keller. Der Schweizer Fitness-Guru und sein Alinghi-Physio René de Vries verpassten McTeigue ein kerniges Rehabilitationsprogramm.

Ein halbes Jahr brauchte der Australier, ehe er im Winter in Dubai zum Team zurückkehrte. Keller: «Er war noch stärker als vor dem Unfall, weil er sich ganz gezielt dem Kraftaufbau widmen konnte.»

Der Australier mit dem Aussehen und der Kraft eines Grizzlybärs sei ein toller Allrounder, schwärmt Otmar Keller. «In Winter auf der Lenzerheide hat er Eishockey gespielt und dabei eine gute Figur gemacht. Ausserdem ist Mark ein begnadeter Handwerker», sagt Keller. Und dass er als junger Australier auch Rugby spielte, versteht sich beinahe von selbst.

Mark McTeigue steht nur ungern im Mittelpunkt. Das Reden überlässt er lieber anderen. Will man etwas über den schüchternen Riesen erfahren, spricht man besser mit Leuten in seinem Umfeld. Denn wie lautet doch sein Motto: «Halt die Klappe, arbeite hart und mache nie einen schlechten Job. Und komm’ nie in das Mündungsfeuer von Kanonen…»

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