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Es war der Solothurner Landwirt Bruno Gisler (25), welcher den dreifachen König am Appenzeller Kantonalen mit einem «tödlichen» Gammen Matt setzte. Gisler hatte zuvor noch nie gegen Abderhalden gewonnen, und seine Freude ist nach dieser Premiere ziemlich getrübt: «Ein komisches Gefühl. Auf der einen Seite habe ich immer vom Sieg über diesen Superschwinger geträumt. Auf der anderen Seite weiss ich, wie wichtig ein gesunder Abderhalden für unseren Sport wäre.»
Im Klartext heisst das: Abderhaldens verletzte Schulter wird einigen Schwingfest-Kassierern starke Schmerzen bereiten.
Berns derzeit stärkster Schwinger Matthias Sempach (22) fürchtet: «Der Ausfall von Jörg kostet beispielsweise das Berner Kantonale sehr viel Zuschauer.»
Philipp Laimbacher (25), die grosse Hoffnung der Innerschweizer, äussert sogar die Befürchtung, dass der Schweizer des Jahres 2007 nie mehr in den Sägemehlring zurückkehren wird: «Solche Schulterverletzungen haben schon sehr vielen Schwingern das ‹Genick gebrochen›. Es dauert oft sehr lange, bis solche Blessuren verheilt sind. Und wenn man bedenkt, dass Abderhalden nicht mehr der Jüngste ist, muss man sich schon Sorgen machen. Darum wünsche ich ihm von Herzen gute Besserung, schliesslich wäre es für unseren Sport ein riesiger Verlust. Und ich persönlich möchte unbedingt noch einmal mit ihm zusammengreifen, damit ich den Beweis erbringen kann, dass auch ich diesen Ausnahmeathleten besiegen kann.»
Auch Jungbär Matthias Sempach biss sich in den Duellen mit dem Toggenburger die Zähne aus: Zwei Mal ist er gegen ihn angetreten, beide Male wurde er vom Überschwinger regelrecht platt gemacht. «Meine Chancen auf ein gutes Abschneiden beim Saisonhöhepunkt am Kilchberg-Schwinget sind durch Jörgs Verletzung gewaltig gestiegen. Während ich gegen den König nie den Hauch einer Chance hatte, habe ich alle anderen schon besiegt.»
Aber geniesst ein Kilchberg-Triumph ohne die Teilnahme von Abderhalden denselben Stellenwert? Philipp Laimbacher: «Es ist auch ohne Jörg schwer genug, in Kilchberg zu gewinnen.»
Ob Abderhalden beim Saisonhighlight am 7. September wenigstens als Zuschauer dabei sein wird, ist noch unklar. «Täter» Bruno Gisler hat vorgestern mit seinem Opfer telefoniert. «Jörg hinterliess einen ziemlich niedergeschlagenen Eindruck.» Kein Wunder, schliesslich musste der zweifache Familienvater zuletzt auch neben dem Sägemehlring heftige Schmerzen in Kauf nehmen: Seine Frau Andrea hatte vor Kurzem zwei Fehlgeburten.
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König Jörg. (Benjamin Soland)