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Einen solchen Eklat hats in den letzten drei Jahrzehnten im Schwingerverband (ESV) nicht mehr gegeben. Schläpfer tritt als höchster Schwinger an der nächsten Abgeordneten-Versammlung im März 2012 vorzeitig ab. Gemäss ungeschriebenem Gesetz führt jeder Obmann den eidgenössischen Verband während sechs Jahren. Doch Schläpfer scheitert im vierten Amtsjahr am Familienzoff mit Jörg Abderhalden.
Abderhalden hätte auch nach seinem Rücktritt als Schwinger von seinen Werbegeldern zehn Prozent dem Verband abliefern müssen. Da platzte dem dreifachen Schwingerkönig der Kragen – nach jahrelangen Querelen mit seinem Götti. Er trat aus dem ESV aus. Weil andere Schwingerkönige viele Jahre nach ihrem Rücktritt noch immer lukrativen Nebenjobs nachgehen, fühlte sich Abderhalden benachteiligt. Er rekurrierte beim Zentralvorstand gegen den Entscheid der Werbekommission.
Bisher hatte Schläpfer im siebenköpfigen Führungsgremium immer eine Mehrheit hinter sich. An der Schwingerbasis wurde jedoch zunehmend Opposition laut gegen sein diktatorisches Vorgehen. Auch in Schläpfers eigenem Teilverband, der Nordostschweiz, wehrten sich viele Funktionäre gegen diesen Führungsstil, der nicht zum Schwingergeist passt. Nun schwappte die Auflehnung in den Zentralvorstand über. An der jüngsten Sitzung hiess eine Mehrheit einen Kompromiss mit Abderhalden gut. Dieser muss nur noch in diesem Jahr zehn Prozent seiner Werbeeinnahmen abliefern.
Abderhalden hat sich dafür verpflichtet, dem ESV wieder beizutreten und seine Dienste als Werbeträger und Funktionär zur Verfügung zu stellen. Der platt gelegte Schläpfer erlebte damit die grösste Schlappe seit seiner Niederlage 1986 im Schlussgang am Eidgenössischen in Sion gegen Harry Knüsel. Er zieht daraus die Konsequenzen und wirft den Bettel auf Ende Verbandsjahr im März 2012 hin. Designierter Nachfolger ist der Schwyzer Daniel von Euw.