Gebt uns endlich die Olympia-Medaillen her!

  • Publiziert: 29.10.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Nicole Vandenbrouck

Das nervt! Auf die Bronze-Medaille von Peking warten die Schweizer Springreiter immer noch.

Ihre EM-Goldmedaille feiert das Quartett Pius Schwizer, Steve Guerdat, Daniel Etter und Clarissa Crotta auch noch zwei Monate nach der Europameisterschaft im englischen Windsor. Komplett werden diese vier Springreiter am CSI Zürich (29. bis 31. Januar 2010) starten. Erstmals seit 14 Jahren beheimatet das Hallenstadion wieder den eigenen Europameister aus der Schweiz.

Währenddem die Organisatoren über die Neuerungen am CSI Zürich orientieren, finden in Lausanne am Internationalen Sportgerichthof (CAS) zeitgleich die Anhörungen im Doping-Fall um die Olympia-Bronzemedaille von Hongkong statt.

14 lange Monate später. Endlich, möchte man da sagen. Guerdat – neben Schwizer, Christina Liebherr und Niklaus Schurtenberger einer der vier Olympia-Reiter -, hats nicht mal gewusst.

Anhörungen vor zwei Tagen

Der norwegische Equipenreiter Tony Andre Hansen zog den Fall ans CAS weiter, nachdem der Welt-Reitverband FEI die Bronzemedaille den Schweizern zugesprochen hatte. In Hongkong waren sowohl A- wie auch B-Probe von Hansens Pferd Camiro positiv auf eine schmerzlindernde Substanz getestet worden.

Der Schweizer Equipenchef Rolf Grass: «Es ist stossend, dass mit Millionen versucht wird, Tatsachen zu verwischen.» Die Entscheidungsfindung ziehe sich jetzt bestimmt wieder Wochen hin, die Anhörung fand vor zwei Tagen statt. Doch Grass ist überzeugt, eines Tages diese Bronzemedaille in den Händen zu halten.

Ebenso Pius Schwizer. «Deshalb habe ich mein Olympia-Diplom für den 4. Platz noch gar nie ausgepackt. Das verstaubt irgendwo in einer Ecke in einer Schachtel.»

Der Oensinger sagts zwar mit einem Schmunzeln, doch die Endlos-Warterei ärgert auch ihn. Der 47-Jährige fragt zurecht: «Wie würden wohl die Norweger reagieren, wenn wir versuchen würden, etwas zu vertuschen?»

CSI Zürich gestrafft, aber trotzdem lukrativ

Zum Wohle der Pferde wird der CSI Zürich 2010 auf drei Tage und zwölf Prüfungen gestrafft. «Für die Pferde hat die Belastung in den letzten Jahren enorm zugenommen. Mit unseren Neuerungen leisten wir einen Beitrag für pferdegerechteren Spitzensport», so Veranstalter Rolf Theiler.

Mit über 900 000 Fr. Preisgeld bleibt der CSI Zürich (vom 29. bis 31. Januar im Hallenstadion) das höchstdotierte Hallenspringturnier der Welt, weil einzelne Preisgelder markant erhöht wurden.
play Christina Liebherr. (Keystone)