Zuschauer liegt im Koma

  • Publiziert: 15.07.2007, Aktualisiert: 20.01.2012
  • HANS-PETER HILDBRAND

TIGNES – Ein Horrortag gestern für T-Mobile. Linus Gerdemann (24) war noch in Gelb gestartet, Michael Rogers (27) fuhr als Tour-Favorit in der Spitzengruppe. Doch dann kam alles anders. Zum Schluss krachte Patrik Sinkewitz noch in einen Zuschauer. Der 78-jährige Luxemburger liegt im Koma.

Das Unheil hatte mit einer fatalen Linkskurve begonnen: Rogers stürzte vom Paradies ins Elend. Er knallte in der Abfahrt des Comet de Roselend in eine Leitplanke, lag auf dem Asphalt. Auch der Spanier David Arroyo (27) flog über das Holz den Abhang hinunter. Er kraxelte die Böschung hoch. Er hatte sich nur an den Fingern der rechten Hand verletzt.

Rogers versuchte mit Schmerzen in der rechten Schulter das Unmögliche. Fuhr weiter, schaffte den Anschluss zur Spitze. Im Aufstieg zum Hauteville fiel er in den ersten Kehren zurück. Der Australier konnte nicht mehr am Lenker ziehen. Der Rennarzt untersuchte ihn, dann stieg Rogers 30 km vor dem Ziel ins Auto – mit einer Schultergelenkssprengung. Zu diesem Zeitpunkt lag sein Landsmann Stuart O’Grady (33) – der Sieger von Paris–Roubaix – bereits in der Ambulanz. Auch er war in der Abfahrt gestürzt – mit fatalen Folgen: Lungenverletzung, fünf Rippenbrüche, drei angebrochene Rückenwirbel und ein Schulterblattbruch.

Linus Gerdemann verlor in Tignes das Gelbe Trikot. Was als «saubere Leistung» begonnen hatte, endete auf der ersten richtigen Alpenetappe im Desaster. Wenigstens gab T-Mobile-Fahrer Mark Cavendish (21) die Rote Laterne ab – auch er stieg aus.

Das schlimmste T-Mobile-Unheil folgte erst nach dem Rennen. Bei der Abfahrt vom Ziel ins Hotel knallte Patrik Sinkewitz (26) brutal mit einem 78-jährigen Zuschauer aus Luxemburg zusammen. Sinkewitz kam mit Gesichtsverletzungen und einem offenen Nasenbeinbruch noch glimpflich davon. Der Zuschauer lag gestern Abend in sehr kritischem Zustand und im Koma im Spital von Grenoble.

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