TdF: 30 mutmassliche Eigenblut- Doper im Visier!

  • Publiziert: 08.10.2008, Aktualisiert: 03.01.2012
play Eigenblut-Doping soll aufgedeckt werden. (Keystone)

PARIS - Die Doping- Räder drehen sich immer schneller. Mit Spannung werden die auf Cera- Doping geprüften Auswertungen erwartet. Jetzt kommen ernstzunehmende Hinweise auf Fälle von Eigenblut- Transfusionen hinzu!

Auf den Radsport kommen offenbar weitere Enthüllungen zu. Nach dem EPO-Dopingmittel Cera suchen die Kontrolleure in den Proben, die im Zuge der diesjährigen Tour de France entnommen worden sind, nun auch nach Eigenblut-Transfusionen.

Pierre Bordry, Chef der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD, sagte im ZDF: «Wir sind schon im Besitz ernstzunehmender Hinweise auf Fälle von Eigenblut-Transfusionen. Um wen es sich handelt, werden wir wohl erst später sagen können.»

Deckt neues Testverfahren alles auf?

Zur Aufdeckung soll ein Testverfahren eingesetzt werden, das derzeit noch entwickelt wird. «Bald schon können wir mit dem neuen Verfahren Eigenblut-Transfusionen nachweisen, und wir werden dann auch damit nachtesten», sagte Bordry weiter. Die AFLD war während der diesjährigen Tour de France für das Doping-Kontrollprogramm verantwortlich.

Mit einer ebenfalls neuen Methode hatte das Pariser Labor im Auftrag der AFLD in den vergangenen Wochen eingefrorene Blutproben auf Cera getestet und war beim Deutschen Stefan Schumacher und dem Italiener Angelo Piepoli fündig geworden.

30 Profis im Visier

Im Visier haben die Dopingjäger Fahrer, bei denen vor dem Start der Tour Proben genommen und dabei auffällige Werte gefunden wurden. Dabei soll es sich laut Bordry um 30 Profis handeln. Die AFLD hatte die Betroffenen und ihre Teams über die Testergebnisse informiert.

Bei einigen Sportlern hatten sich die Blutwerte während der Rundfahrt wieder normalisiert, bei anderen aber nicht: «Einige der verdächtigen Fahrer sind wieder zurück zu ihren normalen Werten gelangt. Wir waren aber überrascht zu sehen, wie schwach deren Leistungen dann waren», so Bordry. (Si/raf)

Peking: Doping Nachuntersuchungen

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will alle eingefrorenen Doping-Proben von Peking nachuntersuchen lassen. Gemäss IOC werden die 5000 Proben ans Labor in Lausanne geschickt. Details über die nachträglichen Tests werden mit der Welt-Anti- Doping-Agentur (WADA) abgestimmt. «Diese Untersuchungen betreffen alle Sportarten und beinhalten speziell auch die Substanz Cera», sagte IOC-Sprecherin Emmanuelle Moreau. Der Zeitpunkt der Tests stehe noch nicht fest. (Si/raf)
play Er ist Doping-Sündern auf der Spur. Pierre Bordry, der Direktor der französischen Anti-Doping-Agentur.

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