Cancellara spricht «Sie wollten Armstrong bodigen»

Der Schweizer Rad-Star Fabian Cancellara nimmt Stellung zur Doping-Affäre.

  • Publiziert: 11.10.2012
  • Von Marc Ribolla
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«Es ist enttäuschend und eine traurige Situation», sagt Fabian Cancellara (31) zu den neusten Enthüllungen im Fall Lance Arm­strong. Wenn man zehn Jahre alte Sachen ausgrabe, dann sei es doch logisch, dass noch etwas ans Licht komme.

Cancellara nimmt gegenüber Blick am Abend kein Blatt vor den Mund: «Es ist so, dass sie ihn bodigen wollten, und das haben sie auch geschafft. Ob es gut ist oder schlecht, weiss ich nicht.» Und weiter: «Natürlich war es eine andere Ära im Radsport. Mit den jungen Fahrern, die jetzt kommen, ist Hoffnung da, dass es zu Ende ist.»

Seine Rad-Saison hatte der Berner bereits nach dem Olympia-Zeitfahren in London am 1. August beendet und sich seither rar gemacht. Er verzichtete auf die WM im September und liess sich zwischenzeitlich den 10-cm-Nagel aus der Schulter operieren. Dieser war ihm nach dem Schlüsselbeinbruch im Frühling eingesetzt worden. Zehn Wochen nach Olympia lud Cancellara ausgerechnet heute die Medien aufs Jungfraujoch (3471 m hoch) – Top of Europe.

Das hat Symbolcharakter. Der Schweizer will nächstes Jahr wieder ganz nach oben, an die Spitze. Zum Start dieses Vorhabens wollte Cancellara etwas machen, das nicht alltäglich ist.

Die lange Pause hat dem Velo-Star gut getan. «Ich habe diese Zeit gebraucht, um die Stürze zu verarbeiten. Ich konnte viel Zeit mit meiner Familie verbringen. Dinge machen, die ich vielleicht sonst verpasst hätte», sagt Cancellara.

Cancellara ist gelassen, was die Zukunft und das Jahr 2013 betrifft. «Das Strassentraining beginnt schon bald wieder. Zielsetzungen sind auch schon da. Im Fokus werden sicher der Frühling und dann der Herbst mit der WM stehen», erzählt er.

Beliebteste Kommentare

  • Peter  Pan
    Cancellara würde hier besser keinen Kommentar abgeben. Jede Kraft- Sportart ist dem Dopingmissbrauch ausgesetzt und es ist nur eine Frage der Zeit, bis weiteres ans Licht kommt. Es tut nichts zur Sache, ob die Vorfälle 5, 10 oder 20 Jahre zurückliegen. Es ist und bleibt verwerflich.
  • Heinz  Schweizer
    Enttäuschende Aussage von Cancellara. Mich persönlich freuts, dass Leute die nachweislich so hartnäckig Lügen wie Armstrong oder Ullrich, an den Pranger gestellt werden.

Alle Kommentare (44)

  • Pascal  Meyer , via Facebook
    Cancellara mit Bestimmtheit auch nicht sauber...
  • Rolf  Hess , Münchenbuchsee
    Er hat sich selber gebodigt, der nette Lance.
  • rene  app

    Für Cancellara gilt folgendes:
    Manchmal ist es besser intelligent zu schweigen, als dumm zu schwatzen!!!
  • Beat  Sollberger , Grenchen , via Facebook
    Ich rate allen Radsport Hasser, das Buch, oder noch besser den Film, Blut und Spiele zu lesen oder anzuschauen
  • Levis  Methin
    Wie soll ich in Zukunft reagieren wenn mein Sohn wieder so eine "Tour de Dope" in TV anschaut? Bei all diesen vielen Skandalen in den letzten Jahren wäre es an der Zeit keine Radrennen mehr im TV zu übertragen. Nur schon um unseren Kindern willen. Oder gehen sie mit ihren Kindern ins "Platzspitz"?
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