
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Cancellara ist der beste Zeitfahrer in der langen Geschichte des Radsports. Was er in Mendriso zeigt, gehört in die Kategorie «Phänomenal». Er fährt einen Schnitt von 51,58 km/h – Rekord, seit es WM-Zeitfahren (1994) gibt.
Einmalig sind Cancellaras Gesten 300 Meter vor der Ziellinie. Er nimmt die Hände vom Lenker, hört auf zu pedalen und bedankt sich klatschend bei einem Teil der 25 000 Zuschauer.
Das hat vor ihm noch kein Zeitfahrer gewagt. «Auf heimischem Boden habe ich halt einen Vorteil», sagt Fäbu. «Es war wie in einer Arena, das Publikum hat mich getragen. Ich musste mich bei ihm bedanken.»
«Die Beine sind bereit, der Kopf noch mehr»
Nach langem Hin und Her spricht er – stolz gekleidet im Regenbogentrikot – auch vom Rennen vom Sonntag. Er weiss, er kann an diesem 27. Oktober 2009 unsterblich werden: Mit dem WM-Double Zeitfahren/Strasse, was bis jetzt noch keiner geschafft hat. «Ich habe mehr auf diesen Sonntag hingearbeitet als auf das Zeitfahren», gesteht er. «Ich träume auch von diesem Gold. Ich will dieses Strassenrennen gewinnen. Die Beine sind bereit, der Kopf noch mehr.»
Favoriten wie Damiano Cunego, Titelverteidiger Alessandro Ballan (beide It) sowie die Spanier Alejandro Valverde und Samuel Sanchez sind gewarnt.
«Ich denke nur an diesen Sonntag»
Den Sieg ankündigen wie das olympische Gold in Peking oder den gestrigen Triumph in Mendrisio will er nicht. «Ich denke nur an diesen Sonntag. Ich will gewinnen – aber das Strassenrennen ist auch eine Lotterie.»
Wer Cancellara kennt, weiss: Zwischen «wollen» und «werden» hat es bei ihm kaum Platz. Eine Siegesfeier gab es nicht. Bloss ein Glas Schämpis. Die Flasche muss bis Sonntagabend warten.