Der Luxemburger Fränk Schleck wurde vom RadioShack-Team nach einem positiven Dopingtest aus der Tour de France genommen. Der Radprofi kann sich das nicht erklären.
Der internationale Radsport-Verband UCI liess am Dienstagabend die Bombe platzen. Bei RadioShack-Crack Fränk Schleck zeigte ein Dopingtest nach der 13. Etappe letzten Samstag Spuren des Diuretikums Xipamid. Solche Mittel können verwendet werden, um verbotene Substanzen zu verschleiern.
Eine direkte Leistungssteigerung wird damit nicht erzielt. Dennoch hat RadioShack reagiert und Fränk Schleck sofort aus der Tour genommen. Der Dritte der Tour de France 2011 wurde noch in der Nacht auf Mittwoch von der Polizei in Pau verhört.
RadioShack-Sprecher Philippe Maertens sagt: «Wir sind alle niedergeschlagen. Fränk muss für sich selber eine Erklärung finden. Wir haben nie an ihm gezweifelt. Wenn ein Team Zweifel hätte, würde es einen Fahrer nie an die Tour de France mitnehmen.»
Schleck hat die Öffnung der B-Probe verlangt. In einer Mitteilung hält der Luxemburger fest: «Ich bestreite hiermit irgendeine verbotene Substanz genommen zu haben. Ich kann mir das Ergebnis des Tests nicht erklären.»
Der 32-Jährige hat auch schon eine Erklärung bereit, wie das Diuretikum in seinen Körper gelangen konnte. «Wenn die zweite Analyse das erste Resultat bestätigt, wird Klage gegen Unbekannt wegen Vergiftung eingereicht», schreibt Schleck.
Der deutsche Anti-Doping-Experte Werner Franke ist erstaunt, dass Schleck nicht schlauer geworden ist. Der Nachrichtenagentur SID sagt Franke: «Ich hätte nicht gedacht, dass er so naiv ist. Die Rechnung von Dopingarzt Fuentes für die Schleck-Brüder habe ich ja noch vorliegen. Die hat das Bundeskriminalamt damals ja gefunden.»
Fränks Bruder Andy Schleck, der wegen einer Becken-Verletzung nicht an der Tour ist, beteuert dessen Unschuld. Zu einem Reporter des «Le Parisien» sagt der Tour-Sieger von 2010: «Beim Leben meiner Familie und von mir, ich bin sicher, dass er nichts genommen hat.»
Die Tour de France wurde am Ruhetag ein weiteres Mal von einer Doping-Geschichte überschattet. Heute steht während der Königsetappe in den Pyrenäen wieder das Spektakel im Mittelpunkt.
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