Küblers Wunsch bei Hausi Leuteneggers letztem Besuch «Lasst mich bitte sterben!»

Hausi Leutenegger ist ganz betrübt: «Ferdy war einer meiner besten Freunde», sagt der Multimillionär. «Er war ein wunderbarer Mensch: aufrecht, anständig und zuverlässig.» Auf Ferdy habe er sich immer ­hundertprozentig verlassen können.

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Leutenegger lernte die Rad-Legende 1969 in St. Moritz kennen. «Ich erinnere mich noch genau an den Augenblick. Ich habe gerade angefangen, Bob-Rennen zu fahren. ­Eines Abends hockte ich in einer Bar, als plötzlich die Tür aufging und Ferdy hereinkam.» Er habe in seinem Leben nie ein Vorbild gehabt, so Leutenegger, «ausser Ferdy Kübler! Ich war sein grösster Fan!»

Leutenegger (76) nahm allen Mut zusammen und sprach ­Kübler an. Dieser arbeitete ­damals als Skilehrer in Davos. Er solle sich doch zu ihm setzen, habe ­Kübler gesagt. «Dann hat er mir geraten, mit dem Bob-Fahren aufzuhören, da ich mir nur den Rücken kaputt machen würde», erinnert sich Leuten­egger. Nur dieses eine Mal habe er nicht auf ihn gehört. Drei Jahre später wurde Leutenegger Bob-Olympiasieger.

Aus jener ersten Begegnung entstand eine lebenslange Freundschaft. Kübler zuliebe hat Leuten-egger dreimal die Tour-de-Suisse-Etappe nach Genf geholt. Kübler sei auch an jedem seiner Feste dabei gewesen: «Es gab kein Firmen-­Jubiläum und keinen Kindergeburtstag im Hause Leutenegger ohne ­Ferdy Kübler», sagt er und erzählt: «Zu meinem 50. hat er mir ein ­fantastisches Velo geschenkt. Das hat mich extrem stolz gemacht!»

Bei seiner Hochzeit 1994 sei er «Spalier gestanden», erinnert sich Leutenegger. Mit Gattin Christina habe Ferdy dann sicher vier- bis fünfmal bei ihm in seiner Villa auf Gran Canaria Ferien gemacht. Als «Ferdy National» 72 Jahre alt war, nahm ihn Leutenegger erstmals mit auf einen Golfplatz. «Golfen wurde eine neue Leidenschaft von Ferdy, er war sehr ehrgeizig und ­hatte am Ende Handicap 21.»

Zum letzten Mal besuchte Leutenegger seinen alten Freund im August. «Lasst mich bitte sterben», habe Ferdy ihm gesagt. «Es war sehr müde, sein Körper war ganz schwach. Es hat mir das Herz gebrochen, diesen einst so starken Mann derart zerbrechlich zu sehen.» Er habe gewusst, dass Kübler nicht mehr lange zu leben habe.

Traurig ergänzt Hausi Leutenegger: «Ferdy war zweifelsohne der grösste Sportler der Schweiz, er war aber auch privat einer der beeindruckendsten Persönlichkeiten, die mir je begegnet sind. Ferdy gehörte zu meinem Leben. Er wird mir wahnsinnig fehlen.»

Publiziert am 01.01.2017 | Aktualisiert am 05.01.2017
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4 Kommentare
  • marcel  Ruetsche 02.01.2017
    Ist schon lustig, ploetzlich wollen alle gute Freunde von Ferdy sein nur um mal wieder in den Zeitungen zu erscheinen, besonders auffaellig, der Hr. Leutenegger.
  • Thomas  Zürcher 01.01.2017
    Wir alle wissen das Leben ist vergänglich vor allem wenn die Helden unserer Kindheit und Jugend sterben.Viele Idole aus meiner Vergangenheit tanzen jetzt bereits mit dem Tod. Der Tod jener, die wir als Helden in unsere Herzen schlossen und auf diese Weise identitätsstiftend waren, meint immer auch uns selbst. Mit ihrem Gehen wird offensichtlich, dass uns allen irgendwann die Stunde schlägt.
  • andré  gubelmann aus belmonte
    01.01.2017
    Das Alter holt jeden ein,so dass man zu dem Punkt gelangt,wo man gerne steben möchte.
  • Thomas  Zürcher 01.01.2017
    Lieber Gott lass uns von den ganz Grossen in diesem Jahr noch einige übrig.Egal ob Sänger,Schauspieler oder Sportler.