Ex-Radstar Lance Armstrong (41) hat nur noch zwei Tour-Etappen im Palmarès. Und er muss jetzt auch noch Schadenersatz-Klagen in Millionenhöhe fürchten.
Der Radsportweltverband UCI streicht im Zuge des Doping-Skandals alle Resultate von Ex-Radstar Lance Armstrong (41) seit dem 1. August 1998, darunter alle seine sieben Tour-de-France-Siege.
Doch der US-Amerikaner steht nun trotzdem nicht ganz ohne Erfolge da. In seinem Palmarès bleiben ihm – ob gedopt oder nicht – unter anderem zwei Etappensiege an der Tour (1993/1995), aber auch der WM-Titel 1993 oder die Classica San Sebastian 1995. Ob sich Armstrong mit einem guten Gewissen darüber freuen kann, sei dahingestellt.
Keine Freude dürften ihm die Schadenersatzforderungen machen, die nun folgen. Die Versicherungsgesellschaft SCA will 7,5 Millionen US-Dollar von Lance zurück. Diese Summe zahlte ihm SCA 2006, nachdem die Firma die Tour-Preisgelder von 2002-2004 wegen Dopingvorwürfen zurückbehielt und vor Gericht verlor.
Zudem hat die Londoner Zeitung «Sunday Times» angekündigt, rechtlich gegen Armstrong vorzugehen. Er hatte die Zeitung und zwei Journalisten 2004 wegen eines Artikel verklagt. In diesem hatten ihn die Reporter mit Dopinganschuldigungen in Verbindung gebracht. Lance erhielt eine Million Dollar Schadenersatz.
Angst, als arme Maus zu enden, muss Armstrong aber nicht haben. Die «New York Daily Post» schätzt sein Vermögen auf rund 100 Millionen US-Dollar. Trotzdem haben mittlerweile etliche Sponsoren wie Oakley, Nike oder Anheuser-Busch sich von Armstrong distanziert.
Zum UCI-Urteil schweigt sich Armstrong bisher öffentlich aus. Einzige Reaktion: Lance hat auf seinem Twitter-Profil die Beschreibung «7-maliger Tour-de-France-Gewinner» entfernt.
Er könnte das Urteil und die Sperre noch vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne ziehen. Gemäss dem deutschen Doping-Anwalt Michael Lehner hätte Armstrong gute Chancen. Lehner kritisiert, dass sich die UCI über die achtjährige Verjährungsfrist der Weltdoping-Agentur WADA hinweggesetzt hat.
Der ehemalige Radprofi Riccardo Ricco (I) verteidigt Lance Armstrong. «Ein Esel kann kein Rennpferd werden», twitterte der 29-Jährige in Bezug auf die lebenslange Sperre und die Aberkennung der Tour-de-France-Siege Armstrongs. Ricco selber hat gegen seine eigene zwölfjährige Dopingsperre Einspruch vor dem CAS eingelegt. Der Italiener begrüsste zudem die Aussage des Spaniers Samuel Sanchez. Dieser behauptet, dass es keine Dopingbeweise gegen Armstrong gebe und dass der Texaner Opfer eines «Medienprozesses» geworden sei.
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