BLICK-Serie zu Kübler: Teil 4 Ferdy, der Millionär der Autogramme

Ferdy ist ein Hansdampf in allen Gassen. Nach dem Rücktritt 1957 ist er an rund 1800 Tagen für diverse Firmen im Einsatz.

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Im Jahr 1985 brach Kübler sich beim Curling die Nase, die in den Siebzigern und Achtzigern auf über 150'000 Plakaten überall zu sehen war: «National Versicherung – die mit der guten Nase». In der Hirslanden-Klinik stellen sie ihm die markante Nase wieder genau so her. «Eine schönere Nase wollte ich nicht, die lange Nase ist ja mein Markenzeichen.»

Wer Fredy Kübler fragte, wie er denn seinen Lebensunterhalt nach dem Velofahren verdiene, bekam immer die gleiche Antwort: «Ich verdiene mein Geld mit Unterschriften.» Immer wieder muss er von seinen Siegen in den 50er-Jahren erzählen. Dabei brilliert er mit seinem Gedächtnis, zitiert Gegner, Etappen, Details und Zeitabstände so, als würde er sie ablesen. Immer wieder wird er auf seinen WM-Titel (1951) in Varese und auf seinem Sieg an der Tour de France (1950) angesprochen. Mit dem Kugelschreiber hat er mehr Geld verdient als mit dem Velo.

Noch im hohen Alter schreibt er mit Akribie, 15 Sekunden benötigt er pro Schriftzug. Jeder bekommt eine Widmung auf die Autogrammkarte, worauf er in der Abfahrt des Mutschellen (TdS-Zeitfahren 1957) zu sehen ist oder als strahlender Sieger der TdF-Start- etappe 1947 in Lille auf den Schultern begeisterter Anhänger.

Nach seinem Rücktritt 1957 war er an rund 1800 Tagen für verschiedene Firmen und Anlässe im Einsatz. Hat rund eine Million Unterschriften gezeichnet. «Früher war es einfacher», erzählt er kurz vor der Jahrtausendwende. «Da hiessen die Leute Sepp, Bruno, Kurt, heute nennt sich die Jugend Sacha, Nico, Niels etc. Ich muss dann jeweils nachfragen, wie ich das korrekt schreiben soll.»

Jede Nacht gönnte er sich zehn Stunden Schlaf. «Das erhält mich jung», das sei sein Geheimnis für ein langes Leben. Er hat Generationen von Rennfahrern überlebt. Als knapp 80-Jähriger war er populärer als viele aktuelle Schweizer Radprofis. Noch kurz vor seinem Tod hat er im Schnitt zwei Schreiben pro Woche im Briefkasten. Aus aller Herren Länder sind seine Unterschriften gefragt.

Publiziert am 05.01.2017 | Aktualisiert am 12.01.2017
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