Antrieb Fährt Cancellara mit Motor im Velo?

  • Publiziert: 20.05.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Carl Schönenberger

Im Radsport werde mit versteckten Motoren getrickst und während Rennen würden die Velos gewechselt. Andy Rihs lacht darüber.

Im ersten Moment hört sich die Spekulation der italienischen Zeitung «Il Giornale» verrückt an: Ein kleiner batteriebetriebener Elektromotor, im Rahmen der Sattelstütze versteckt, helfe dem Fahrer, rund fünf Prozent Energie zu sparen.

Doch das Ding ist bereits Realität. Die österreichische Firma Gruberassist preist ihr Motörli im Internet an. 900 Gramm schwer und einfach in ein konventionelles Rennrad einzubauen.

Wird das Wundergerät im Radsport also doch schon gebraucht? BMC-Besitzer Andy Rihs hört von BLICK erstmals davon. Er kann nur lachen. «Es gäbe ja auch noch die Möglichkeit eines biologischen Turbos», scherzt Rihs und erklärt seine Furz-Idee. «Wenn die Fahrer mehr Zwiebeln essen würden, hätten sie auch mehr Schub.»

Wie sieht das mit dem Motörli in der Paxis aus? Gruberassist schreibt auf seiner Website, dass gerade Sattelstützen aus Metall für den Einbau Bedingung seien. Schon das macht eine Verwendung im Rennsport äusserst schwierig. «Aus Stabilitäts- und Gewichtsgründen sind heute 95 Prozent der Hightech-Rennvelo-Rahmen aus Karbon», sagt Rihs. «Und wegen der besseren Aerodynamik ist das Rahmenprofil meist nicht mehr gerade, sondern tropfenförmig und gebogen.»

Laut Gruberassist kann bei eingebautem Zusatzantrieb am Rahmen der Sattelstütze auch kein Bidon-Halter mehr angeschraubt sein. Gerade am Velo, das Fabian Cancellara bei seinem Flandern-Triumph verwendete, ist in der Verlängerung der Sattelstütze ein Bidonhalter dran.

Klar, Fahrer können während eines Rennens, wie Cancellara, ihre Velos wechseln. Da sind die Funktionäre gefordert. Sie müssten jede eingesetzte Rennmaschine prüfen. «Bei Zeitfahren wird das auch längst gemacht», sagt Rihs. Der Internationale Radsport-Verband prüft bereits neue Massnahmen gegen allfällige Motörli-Trickser. Spezielle Detektoren sollen bald die Rahmen der Rennmaschinen durchleuchten.

play BMC-Besitzer Andy Rihs kann über die Gerüchte nur lachen. (Keystone)

Alle Kommentare (3)

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    Einfache Technik: Man reibe sich mit einer Wärmecreme den Hintern ein. Kurz nach dem Start erzeugt die Reibung zwischen Hintern und Sattel noch mehr Wärme. Diese Wärme erzeugt die Energie, welche für den Motorenantrieb benötigt wird. Der Mimimotor stammt von einer Firma in der Innerschweiz, welche für die NASA die kleinen Roboterfahrzeuge auf dem Mars baut. In jedem Rad dieser Fahrzeuge befindet sich so ein Motörchen, wird aber dort batteriebetrieben...
    • 20.05.2010
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    Natürlich fährt Cancellara mit einem Zusatzmotor,den hat ar aber in den Unterschenkeln eingebaut,mit Solarbatterien,das hab ich selber gesehn...........
    • 20.05.2010
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    Ist doch ein Witz, würde es stimmen, hätten wir schon lange hocheffiziente Elektro-Autos.
    • 20.05.2010
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