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Täglich ein paar neue reumütige Sünder: Was Harald Schmidt in seiner Show als Gag präsentierte – alle zehn Minuten ein neues Geständnis aus dem Haus Telekom – wurde von der Realität überholt.
Heute hat sich der Däne Bjarne Riis als inzwischen siebter Radprofi zu einem Geständnis durchgerungen: Der Sieger der Tour de France von 1996 gab in Kopenhagen zu, dass auch er sich mit EPO gedopt hatte.
Riis (43) ist derzeit Leiter des dänischen Teams CSC und damit Boss unseres Zeitfahr-Weltmeisters Fabian Cancellara. Der heutige CSC-Teamchef gab zu, von 1993 bis 1998 Epo genommen zu haben.
Riis gestand seinen Sportbetrug sachlich, kühl und offenbar ohne Reue. «Jetzt ist die Zeit gekommen, die Karten auf den Tisch zu legen. Ich habe Epo genommen. Das war Teil meines Alltags. Dafür übernehme ich die volle Verantwortung», sagte der Däne und ergänzte: «So war die Zeit nun einmal damals. Ich war Radsportler zu den Bedingungen, die es damals gab. Ich bin froh, dass die Bedingungen heute nicht mehr so sind.»
Er habe die Doping-Präperate damals selbst gekauft und eingenommen, sagte Riis weiter und nahm dabei die damaligen Telekom-Ärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid in Schutz: «Es tut mir leid, dass sie nun blossgestellt werden. Sie waren dafür zuständig, um auf unsere Gesundheit zu achten und das alles nicht Überhand nimmt.»
Wie Erik Zabel riskiert Riis nicht, dass ihm die Erfolge aus jener Zeit aberkannt werden, als er seine Leistung manipuliert hatte. Die Verjährungsfrist von acht Jahren ist längst abgelaufen.