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Seit Donnerstag ist Fabian Cancellara ein Jahr älter. Gefeiert hat er mit einem Glas Champagner im Hotel Royal Garden, an der Peripherie Mailands. Es ist eine willkommene Abwechslung im eintönigen Tagesablauf zwischen dem Etappenrennen Tirreno-Adriatico und dem Frühjahrsklassiker Mailand–Sanremo.
«Essen, massieren und schlafen, kleine Ausfahrten», schildert der 29-jährige Berner das Warten auf das längste Rennen des Jahres.
Für die meisten Radprofis ist dieses Rennen mit den paar Rampen eine grosse Lotterie. «Mir aber gefällt das Rennen», erklärt Cancellara. «Es hat einen eigenen Charakter.»
Er und seine Gegner haben nicht vergessen, wie er vor zwei Jahren «a la grande» gewonnen hat. «Ja, meine Form ist da», sagt er. «Der Tirreno hat meinen Beinen gutgetan. Und auf meine mentale Stärke kann ich sowieso vertrauen.»
Mailand–Sanremo sei das langweiligste Rennen des Kalenders, sagen viele Kritiker. Im letzten Jahr haben die Organisatoren mit der Le Manie-Steigung (km 204, 4,7 km lang, maximal 11 %) eine weitere Rampe eingebaut. Den finalen Angriff aber werden die Zuschauer wie immer am Poggio erleben – oder auf der Uferstrasse Lungomare. Nach 298 Kilometern und über sieben Stunden im Sattel.
Fabian Cancellara ist anderer Meinung. «Klar ist es flach bis zum Turchino», erklärt er. Was aber für die Favoriten harte Arbeit bedeute. «Du musst stets vorne fahren. Hat es Wind in der Po-Ebene, wird es gefährlich. Du musst immer aufpassen, sehr konzentriert fahren.»
Den Turchino – die erste Steigung nach 130 Kilometern – fährt er in den Top 20 Positionen. Um in der Abfahrt gefährlichen Manövern auszuweichen.
«Wichtig auch: Man muss versuchen, möglichst wenig Kräfte zu vergeuden. Denn unnötige Zwischenspurts, etwa um Löcher zu schliessen, bezahlst du im Finale.»
Wer dieses Rennen gewinnen will, muss mit Kopf fahren, dann die Beine benützen. «Es geht nur darum, mit möglichst viel Kraft in die letzten zwei Steigungen Cipressa und Poggio zu fahren – alles andere ist sekundär.»
Die sieben langen Stunden auf dem Velo seien für ihn nicht so hart. «Es sind die 298 Kilometer, die dich fordern. Und wie sie gefahren werden.»