Fabian Cancellara verliert, besteht aber den letzten Test gegen die Uhr. Weil er seinen härtesten Olympia-Rivalen schlägt.
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Gut, aber noch nicht top: Fabian Cancellara.
(Reuters)Es gibt Tage, da fährt das System rund. Obwohl der Funkverkehr im Finale abbricht. Fabian Cancellara (31) vertraut seinen Beinen. Die letzte Referenz von Tony Martin hat er im Kopf. 10 Kilometer vor dem Ziel hat er 69 Sekunden Vorsprung auf den deutschen Weltmeister. Im Ziel sind es 79 Sekunden.
«Ich gab vom ersten Meter weg das Maximum», erklärt Fabian Cancellara. «Auch wenn ich nicht gewonnen habe, ich bin mit meinem Rennen zufrieden.» Er betont aber, er müsse sich im Hinblick auf London noch verbessern. Wichtig: Er hat das Duell gegen Tony Martin klar gewonnen. Gegen jenen Fahrer, der ihn als Nummer 1 der Zeitfahrer ablösen will.
Tony Martin fährt ohne Armschiene. Auf der ersten Etappe hat sich der Deutsche das Kahnbein der linken Hand gebrochen. Seitdem quält sich der 27-Jährige durch die Tour. Wie schon beim Prolog hat er Pech, erwischt nach fünf Kilometern einen Plattfuss. «Ich weiss nicht, womit ich dieses Pech verdient habe», klagt er. Am heutigen Ruhetag wird er die Tour de France aufgeben.
Für Sky scheint die Sonne
Verloren hat Fabian Cancellara das Zeitfahren gegen zwei britische Sky-Teamkollegen und Tour-Favoriten. Tour-Leader Bradley Wiggins (29) gewinnt seine Tour-Etappe vor Christopher Froome (27). Mit ovalem Kettenblatt nimmt Wiggins dem vierfachen Ex-Weltmeister und Olympiasieger Cancellara fast eine Minute ab.
Doch die beiden Briten konnten sich aus dem Stress der ersten Tour-Woche raushalten. Fabian Cancellara, der das Gelbe Trikot sieben Tage trug, hat nach jeder Etappe eine Stunde an Erholung verloren. Diese Erfahrung muss Wiggins erst noch machen.
Evans schon geschlagen?
Der grosse Verlierer ist Vorjahresgewinner Cadel Evans (35). Er hat bereits zwei Minuten Rückstand. Der Australier kann diese Tour de France mit seinem in den Bergen schwachen Team nicht gewinnen. Da kann BMC-Teamchef John Lelangue erzählen, was er will. Man darf aber gespannt sein, welche Ausreden dem belgischen Dampfplauderer («die Tour dauert noch zwei Wochen») diesmal einfallen.
Einzelzeitfahren Arc-et-Senans–Besançon (41,5 km):
1. Wiggins (Gb) 51:24 (48,4 km/h). 2. Froome (Gb) 0:35. 3. Cancellara (Sz) 0:57. 4. Van Garderen (USA) 1:06. 5. Chavanel (Fr) 1:24. 6. Evans (Au) 1:43. 7. Velits (Slk) 1:59. 8. Nibali (It) 2:07. 9. Mentschow (Russ) 2:08. 10. Klöden (De) 2:09. 11. Monfort (Be) 2:15. 12. Martin (De) 2:16. – Weitere Schweizer: 49. Schär 4:44. 80. Albasini 5:46.
Gesamt: 1. Wiggins 39:09:20. 2. Evans 1:53. 3. Froome 2:07. 4. Nibali 2:23. 5. Mentschow 3:02. 6. Zubeldia (Sp) 3:19. 7. Monfort 4:23. 8. Van Garderen 5:14. 9. Van den Broeck (Be) 5:20. 10. Roche (Irl) 5:29. – Ferner: 32. Cancellara 14:33. 53. Schär 26:16. 74. Albasini 34:21.
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