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Minister dreht den Geldhahn zu: Astana vor dem Aus?

ZÜRICH – Die vier Schweizer Radprofis bekommen seit September von ihrem Team Astana keinen Lohn mehr. Kasachstans Verteidigungsminister hat den Geldfluss gestoppt.

Von Hans-Peter Hildbrand | Aktualisiert um 00:50 | 20.11.2007
Bald nur noch zu Fuss unterwegs? Die Zukunft von Astana mit Alexander Winokurow ist ungewiss. (Reuters)
Bald nur noch zu Fuss unterwegs? Die Zukunft von Astana mit Alexander Winokurow ist ungewiss. (Reuters)
«Jüngeren Kollegen von mir gehts noch schlimmer, denn sie verdienen weniger als ich», sagt Gregory Rast.

Er meint die Schweizer Michael Schär, Thomas Frei und Steve Morabito. 54 000 Franken beträgt der Mindestjahreslohn eines Neoprofis. «Es wird Zeit, dass wir das Geld bald bekommen», fordert Schär. Das tut auch Astana-Manager Marc Biver (56). Seine Schweizer Gesellschaft Zeus betreibt das Team. Lizenzinhaber von Astana ist jedoch ein Konsortium aus acht kasachischen Grossunternehmen. Sie haben sich verpflichtet, bis 2010 jährlich 12 Mio. Euro zu zahlen. Ihr starker Mann ist Danijal Achmetow, Kasachstans Verteidigungsminister.

Nach dem Dopingfall seiner Landsleute Winokurow und Kaschetschkin an der diesjährigen Tour de France stoppte Achmetow den Geldfluss. Jetzt fehlen Biver rund 2,4 Millionen Euro.

Die Kasachen hätten die letzte Tranche dieses Betrags per 30. September überweisen müssen. Doch sie haben mit Biver gebrochen, werfen ihm ungenügende Zusammenarbeit vor.

Das Astana-Konsortium köderte Johan Bruyneel, den früheren Chef des siebenfachen TdF-Siegers Lance Armstrong, mit einem Jahresgehalt von 2 Mio. Euro. Der Belgier soll das Team 2008 übernehmen.

Nun steht Marc Biver mit 58 Astana-Angestellten im Regen. Dabei könnte der Schweizer Manager alle Löhne der Fahrer und des Personals bis Ende 2007 bezahlen – wenn er an die Bankgarantie von 2,5 Millionen herankäme, die bei der UCI hinterlegt ist. Doch der Rad-Weltverband gibt das Geld nicht frei. Obwohl 14 Astana-Fahrer – ohne die 8 Kasachen – die UCI dazu aufgefordert hatten.

«Unsere Juristen sind an der Arbeit. Ich bin der Meinung, dass Astana alle finanziellen Verpflichtungen 2007 erfüllen muss, um 2008 eine Lizenz zu erhalten», sagte ProTour-Manager Alain Rumpf zu BLICK.

Lenkt Achmetow nicht ein, droht Astana das endgültige Aus.

Die UCI verlangte vom Verteidigungsminister eine Stellungnahme. Rumpf: «Er ist als Lizenznehmer solidarisch verpflichtet.» Biver bleibt skeptisch: «Achmetow hat die Zahlungen gestoppt. Er wird sich weiterhin gegen die Freigabe der Bankgarantie wehren.»

Die Astana-Mechaniker scheinen nichts Gutes zu ahnen. Sie griffen schon mal zur Selbsthilfe, verkauften Velos und Material, um an Geld zu kommen.
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