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Sieben Jahre rannte der Stäfner Hörgeräte-Hersteller und Radsport-Fan Andy Rihs dem Erfolg hinterher. Die Krönung in diesem Jahr: US-Star Floyd Landis gewinnt in den grün-gelben Phonak-Farben die Tour de France.
Doch Landis wird in der 17. Etappe, einen Tag nach seinem Einbruch und einem Husarenritt hinauf nach Morzine, des Testosteron-Missbrauchs überführt. Am 27. Juli schockiert die Doping-Nachricht die ganze Radsport-Welt.
Landis selber flüchtet sich – wie so viele überführte Dopingsünder – in faule Ausreden: Zu viel Bier und Whisky getrunken, Schilddrüsen-Funktion. Landis kämpft wie viele andere um seine Unschuld.
Etwa wie Jan Ullrich («Ich wurde nie positiv getestet»), 100-m-«Weltrekordler» Justin Gatlin («Eine Salbe ist schuld»), 5000-m-Olympiasieger Dieter Baumann («Zahnpasta-Sabotage»), US-Sprinter Denis Mitchell («Zu viel Sex und Bier»), Radprofi Gilberto Simoni («Ich erhielt bei einer Tante in Peru Tee mit Kokain»), Radprofi Raimondas Rumsas («Die gefundenen Medikamente sind für meine kranke Schwiegermutter»). Die Liste liesse sich beliebig verlängern...
Auch Floyd Landis ist ein Betrüger. Mit diesem letzten von zwölf Phonak-Dopingfällen in sieben Jahren stirbt nun auch ein schönes Stück Schweizer Radsport-Geschichte.
Der Name Phonak wäre im Profiradsport sowieso kleiner geschrieben worden. Rihs hatte mit dem US-Fondsverwalter iShares einen neuen, potenten Hauptsponsor gefunden, der sein Signet auf den Trikots der Rennfahrer prangen sehen wollte. Rihs hätte mit seiner ARcycling AG die Infrastruktur gestellt.
Doch nach dem «Fall Landis» einigte man sich mit iShares über eine vorzeitige Vertragsauflösung. Den Bemühungen, andere Sponsoren zu finden, die das Budget von 15 bis 17 Millionen Franken gedeckt hätten, war kein Erfolg beschieden.
Bis Ende Jahr wird Andy Rihs seine Verpflichtungen einhalten und das Team alle Rennen bestreiten, auch die Spanien-Rundfahrt im Herbst. Rihs macht das unter anderem auch deshalb, um seinen Fahrern die Gelegenheit zu bieten, sich für andere Sportgruppen zu empfehlen. Insgesamt sind 55 Mitarbeiter betroffen.
Der Entscheid ist für den Schweizer Radsport eine mittlere Katastrophe, weil Phonak zehn einheimische Profis beschäftigt, von denen erst Martin Elmiger einen neuen Arbeitgeber gefunden hat.
Andy Rihs verschwindet aber nicht ganz von der Bildfläche des Schweizer Sports: Er ist u.a. auch engagiert bei Alinghi (verteidigt 2007 den America’s-Cup) und dem Fussballstadion Stade de Suisse in Bern.
Und die Begeisterung von Andy Rihs für den Radsport ist und bleibt so gross, dass er gewisse Nachwuchsprojekte und Vorhaben des nationalen Verbandes Swiss Cycling auch künftig unterstützt.