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Er ist höflich geblieben. Aber er ist bestimmter geworden. Und: Er sagt nicht mehr alles, was er denkt, fühlt und erhofft.
In seinen Aussagen ist er klar geblieben. «Als zweimaliger Weltmeister im Zeitfahren habe ich in Mendrisio nur eine Möglichkeit: Gold muss am Donnerstag her – alles andere wäre eine Niederlage.» Der Berner ist der haushohe Favorit.
«Fabian ist der weltbeste Zeitfahrer»
Dabei wollte er eigentlich gar nicht starten. Aber sein Teamchef Bjarne Riis konnte ihn überzeugen. «Fabian ist der weltbeste Zeitfahrer», erklärt der Däne. «Es ist seine Pflicht, an einer WM zu starten. Im eigenen Land, mit dem Schweizer Kreuz auf dem Rücken. Aber Fabian kann in Mendrisio noch mehr erreichen als nur Gold im Zeitfahren.»
Für Riis ist das Strassenrennen (Sonntag) das wichtigere Rennen. Das ist es auch für Fabian Cancellara. Doch der lässt sich nicht auf die Äste raus. «Erst das Zeitfahren am Donnerstag, dann zwei Tage Erholung, dann sehen wir weiter. Vom Strassenrennen mag ich jetzt noch nicht reden.»
Acht Stunden Training bei strömendem Regen
Schritt für Schritt will er sich einer möglichen Goldmedaille im Massenstartrennen, dem neuen Ziel (seinem bisher wertvollsten), nähern. Seit einer Woche weilt er im Tessin. Trainiert hinter dem Motorrad. Gestern waren es vier Stunden, am Samstag fast acht bei strömendem Regen. «Ich habe Fabian noch nie in einer besseren Form erlebt», schwärmt Riis.
Nach dem verpatzten Frühjahr (Stürze, Formkrise) hat Cancellara sein Training umgestellt. Er fuhr mehr Rennen. Er startete an der Tour de Romandie, dem Giro, gewann die Tour de Suisse, trug die Leadertrikots an der Tour de France und an der Spanien-Rundfahrt. Man sieht es dem Schweizer an. Er hat seit der Tour de France ein paar Kilo verloren. «Ja, gut», sagt er, «ich habe einfach hart trainiert!»
Wie viel verrät er nicht. Er wechselt das Thema, lässt sich nicht in die Karten blicken. Der Mann, der so gerne isst, hat mit seiner WM-Diät klare Zeichen gesetzt: Gold im Zeitfahren ist ein Muss. Gold im Strassenrennen ein Ziel.