PEKING – Sie wollen nach Olympia? Vorsicht: Fast alles, was der Fan für gute Stimmung braucht, ist verboten!
Wir erinnern uns: An der Euro 08 herrschte Aufregung und Unmut über scheinbar sinnlose Vorschriften.
Getränke durften nur von offiziellen Sponsoren getrunken werden oder die Kleidung in Gruppen durfte nicht Trittbrett-Sponsoren unterstützen. Ein Klacks! Denn jetzt haben die Olympia-Organisatoren ein wahres Regel- und Vorschriftenfeuerwerk über die Besucher der Spiele losgelassen. Wir zeigen Ihnen die wichtigsten – und kuriosesten – Punkte. Verboten sind:Fotografieren mit Blitzlicht Banner, Flugblätter und PosterRadios, Lautsprecher, MusikinstrumenteEssen und Getränke in HartschalenverpackungenFahnen nicht teilnehmender LänderFeuerzeugelangstielige RegenschirmeTiere (ausgenommen Blindenhunde)
Waffen (u.a. Armbrust, Gewehre, Munition)Hinzugefügt zu diesen Vorschriften sind noch Verhaltensregeln, die den Besuchern mehr als nahe gelegt werden. Nacktheit, Trunkenheit und Karten spielen: Das wird nicht gerne gesehen. Rauchen im Nichtraucher-Bereich solle ebenfalls vermieden werden. Auch längeres Aufstehen im Sitzplatzbereich des Stadions gehört zum
Verhalten, das nicht toleriert wird. Doch was ist mit dem obligaten Blitzlichtgewitter beim Einlauf der Stars, bei einer spannenden Entscheidung, beim Weltrekord? Verboten. Lautstarkes Trommeln, um die Athleten zu Höchstform zu treiben? Verboten. Eher seltsam mutet auch das Verbot der Armbrust an – ein Stich in unsere Tellschen Apfelherzen! Der perfekte BesucherNun, so kristallisiert sich für die Olympia-Organisatoren folgendes Bild eines perfekten Besuchers: Er trinkt Mineralwasser, sitzt während der ganzen Veranstaltung ruhig auf seinem Platz, hat keinen Drang, sein T-Shirt auszuziehen, um eventuell seinen bemalten Oberkörper zu entblössen und ist vor allem ein braver Bürger. Alles – nur kein Fan!Begründung des Knebel-Regel-Werks: Damit solle «sichergestellt werden, dass jeder Zuschauer die Wettbewerbe in Sicherheit und mit Freude ansehen kann», sagte Zhang Zhenliang, Chef des Info-Zentrums in
Peking.Angst vor Tibet-AktivistenDem Reich der Mitte geht es mit den Vorschriften vor allem auch darum, nebst Unfällen, Anschlägen unerwünschte politische Demonstrationen zu verhindern. Tibet-Aktivisten, die Farbe bekennen wollen, können so regelkonform ausgehebelt werden. Denn seit den schweren Protesten beim weltweiten Fackellauf graut es Peking davor, dass Aktivisten die Sportwettkämpfe zu politischen Kundgebungen vor laufenden Kameras nutzen könnten.Wir wünschen ein frohes Fest! (num)