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«Mirka hält mir den Rücken frei und muss dafür allerhand einstecken», sagt Roger Federer über seine Langzeitfreundin und Terminverwalterin. «Wenn er gewinnt, ist es, als ob ich auch gewinne. Roger gibt mir damit irgendwie mein Tennisleben zurück», sinniert die ehemalige Profispielerin Mirka Vavrinec über ihren Herzbuben. Klingen so feurige Liebeserklärungen?
Ziemlich genau acht Jahre ist es her, als der unscheinbare Teenager Roger all seinen Mut zusammennahm und die drei Jahre ältere Mirka erstmals küsste. Es war der Schlusstag der Olympischen Spiele von Sydney. Roger Federer hatte das Spiel um die Bronzemedaille gegen einen gewissen Arnaud Di Pasquale verloren, Mirka Vavrinec war in der ersten Runde ausgeschieden. Welche Folgen dieser Kuss haben sollte, konnten beide nicht mal erahnen. Zunächst reiste Vavrinec für mehrere Wochen nach Asien, um Turniere zu spielen, Federer kehrte in die Schweiz zurück. Keiner nahm Notiz von der sanft aufblühenden jungen Liebe. Die gebürtige Slowakin, mit ihren Eltern im Alter von zwei Jahren in die Ostschweiz gekommen, war der ruhige, disziplinierte Typ. Der Baselbieter schockte seine Mitspieler und Trainer schon mal mit lautstark vorgetragenen Gesangseinlagen zu Songs der «Backstreet Boys». «Er war ein lustiger Kerl», erinnerte sich Mirka später.
Aus der Anonymität traten die beiden spätestens im Juli 2001, als Roger in Wimbledon mit einem sensationellen Fünfsatzsieg die Herrschaft von Pete Sampras beendete. Auf der Tribüne fieberte Mirka mit. Einige Monate später musste sie ihre eigene Karriere nach diversen Operationen (Fuss, Knie) an den Nagel hängen. Ein Glücksfall für das Schweizer Tennis.
Denn nun hatte Mirka Vavrinec Zeit für ihre wahre Berufung: die Unterstützung ihres «Rogi» bei seinem unaufhaltsamen Aufstieg zum besten Tennisspieler der Welt. Trotz seines offenkundigen Talents war dieser Weg keineswegs vorgezeichnet. Roger war 2002 noch kein King, bestenfalls ein Kronprinz. Mirka brachte Stabilität in sein Leben. «Er ist reifer geworden», stellte sie 2003 nach dem ersten seiner fünf Wimbledontitel fest. Auch dank seiner drei Jahre älteren Freundin. Die muss dafür immer wieder öffentliche Prügel einstecken. Frauen beklagen, sie sei zu dick, ziehe sich schlecht an und sei nicht gut genug für Roger. Tennisfans monieren, sie sei während den Federer-Matches auf der Tribüne zu ruhig, unterstütze ihren Roger nicht kräftig genug. Und Journalisten haben gar keine Freude, dass sie 99 Prozent aller Anfragen ablehnt und selber seit einigen Jahren grundsätzlich keine Interviews mehr gibt («Ich bin nicht interessant.»).
Dabei vergessen diese Leute, dass Vavrinec genau die Rolle erfüllt, die Roger von ihr erwartet: die des bösen Aufpassers, während er «Mr. Nice Guy» bleiben darf. Ihr Lohn: die bedingungslose Treue eines der begehrtesten Junggesellen dieses Planeten. Nicht ein Mal musste Federer in den letzten acht Jahren eine Affäre dementieren. Eine Verlobung oder Heirat ist bis jetzt jedoch nie bestätigt worden. Trotz Spekulationen jedes Mal, wenn Mirka wieder mal einen neuen Ring am Finger trägt. Das Privatleben ist für die Öffentlichkeit weitgehend tabu. «Manchmal sind Mirka und ich einen Monat weg und niemand weiss, wo wir stecken», sagt Federer. «Und genau so will ich es auch.» In den Ferien regiert dann Mirka. «Sie muss sonst immer zurückstehen», erklärt Roger.
Auch wenn er dies öffentlich nicht zur Schau stellt, ist der Baselbieter nämlich ein Romantiker, wie Mirka 2003 gegenüber der «Schweizer Illustrierten» verriet. «Er verwöhnt mich oft mit Candle-Light-Dinners.» Und ab und zu lässt er seine Wertschätzung doch durchblicken. Nach seinem Masters-Erfolg 2006 wandte er sich im vollen Qi-Zhong-Stadion von Schanghai an Mirka: «Alle sagen, ich sei der Beste. Aber ohne dich wäre ich nicht hier.»
Nach einem Exklusiv-Interview im SonntagsBlick intensivierten sich die Spekulationen über eine bevorstehende Heirat wieder. «Ein kleiner Roger wäre schon cool», sagte Federer. Und ja, das Thema Heirat stehe sicher im Raum. Und was wäre besser geeignet für einen Antrag als die Olympischen Spiele. Acht Jahre nach dem ersten Kuss. Vielleicht sogar mit einer Gold-Medaille um den Hals? Die erste Hürde dafür muss Roger heute um 12.30 Uhr nehmen im Match gegen Dimitri Tursunow (ATP 35).