Diego fährt zu Olympia

BREMEN - Viel Ärger in der Bundesliga wegen Olympia: Die Brasilianer ziehts nach Peking. Während Rafinha bereits zur Seleçao unterwegs ist, hat nun auch Werder-Star Diego definitiv beschlossen, den Olympia-Traum zu leben.

  • Publiziert: 22.07.2008, Aktualisiert: 14.01.2012
  • Mike Scheiwiller
play Diego will nach Peking. (Keystone)

Schalkes Aussenverteidiger Rafinha schwänzte bereits die Abfahrt zum Trainingslager der Königsblauen (Blick.ch berichtete). Er hat anderes vor. Er will nach Peking an die Olympischen Spiele.

Dasselbe hat Werder-Wunderkicker Diego vor. Er schwänzt aber nicht das Training, sondern taucht pünktlich zum offiziellen Fototermin auf dem Trainingsgelände des Bundesligisten auf, wie SPORT BILD berichtet.

Verhandlung mit Allofs

Doch kaum ist das Mannschaftsfoto im Kasten, verschwindet Diego mit Vater und Berater im Büro von Sportdirektor Klaus Allofs, während die Teamkollegen das Training aufnehmen.

Es wird über die Olympia-Teilnahme des Ausnahmekönners verhandelt.

100 Minuten später ist klar: Diego fährt zur Olympia!
Diego fliegt umgehend nach Paris, um sich mit den brasilianischen Teamkollegen zu treffen.

Nur die FIFA kann Diego stoppen

Was kann Werder tun, um Diego zu stoppen? Diego und sein Beratertross stellen sich auf den Standpunkt, dass Werder eine schriftliche Bestätigung der FIFA vorlegen müsse, wonach keine Freistellungspflicht für Olympia bestehe.

Bei einem solchen Schreiben würde Diego nach Bremen zurückkehren. «Ich halte mich an die Gesetze», wie er gegenüber SPORT BILD sagt.

Auf eine solche Stellungnahme der FIFA warten die Bundesliga-Vereine seit Wochen. Nun hofft Werder auf das Internationale Sportgericht CAS.

Wie «kicker» berichtet, hat Schalke inzwischen im Fall Rafinha arbeitsrechtliche Konsequenzen angekündigt und hofft auf einen Sinneswandel des Spielers.

Die Zeit drängt

Aber die Zeit drängt. Die Brasilianer fliegen heute noch von Paris aus nach Singapur, um die Vorbereitung auf Olympia aufzunehmen.

Diego sagt: «Ich hoffe, ich komme erst am 24. August zurück!» Dann wären die Olympischen Spiele vorbei, und der Werder Spielmacher hätte ein Pokal- und zwei Bundesligaspiele verpasst.

Die Pflicht ruft

Der brasilianische Ausnahmekönner fühlt sich dem Brasilianischen Verband verpflichtet. Wenn die Seleçao ruft, dann hat man zu kommen.

Er befürchtet Schwierigkeiten mit seiner Karriere in der Nationalmannschaft, sollte er dem Aufgebot nicht Folge leisten.

Probleme bei Werder

Schon haben sich prominente Stimmen bei Werder zu Wort gemeldet. Mittelfelrackerer Torsten Frings spricht von einer Charakterfrage, während Captain Frank Baumann Verständnis für Diegos Traum aufbringt.

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