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Cancellara griff kurz vor dem Ziel das Führungstrio um Davide Rebellin (Italien), Samuel Sanchez (Spanien) und Andy Schleck (Luxemburg) an und holte im Sprint die erste Medaille für die Schweiz!
Gold holte sich nach 245,4 Kilometern und 6:23:49 Stunden der Spanier Samuel Sanchez. Silber ging an den Italiener Davide Rebellin.
Aufholjagd auf dem letzten Kilometer
Zehn Kilometer vor dem Ziel machte es zwar noch den Anschein, als sei der Schweizer im Kampf um die Medaillen ausgeschieden, zumal sich mit dem Luxemburger Andy Schleck und dem Russen Alexander Kolobnew zwei CSC-Teamkollegen vor ihm befanden.
Fünf Kilometer vor dem Ziel lancierte Cancellara aus der Defensive aber einen Konter, der ihn sogar fast zu Gold getragen hätte. Innerhalb weniger Kilometer fuhr er dank seinen Qualitäten als Roller zur Spitze auf. Womöglich hatte Cancellara während der Aufholjagd aber etwas zu viel Kraft verpufft, im Spurt um den Sieg konnte er nicht mehr aus den Sattel.
«Warten, warten, warten»
«Das, was ich heute gezeigt habe, war grosses Velofahren. Und es war ein grosser Tag für mich, weil ich nicht mit einer Medaille rechnen durfte», sagte Cancellara nach dem Rennen.
Im Spurt habe er alles gegeben, aber keine Kraft mehr gehabt. «Diese Medaille gibt mir für das Zeitfahren Ruhe, Zuversicht und Motivation», sagte Cancellara weiter. Seine Taktik beschrieb er mit: «warten, warten, warten, auf die grossen Nationen schauen und im richtigen Moment zuschlagen.»
Erste Strassen-Medaille seit Richard
Cancellara holte als erster Schweizer seit dem Olympiasieg von Pascal Richard 1996 eine Medaille im olympischen Strassenrennen. Der Berner ist nicht nur ein starker Zeitfahrer, sondern seit einigen Jahren auch in Eintages-Rennen ein Athlet von ganz grosser Klasse. So gewann er 2006 den Pavé-Klassiker Paris – Roubaix, und in diesem Frühling Mailand – Sanremo.
Schumacher gestürzt
Die Hitze, der Smog und die hohe Luftfeuchtigkeit machten den Fahrern zu schaffen. Eine 24-köpfige Vorhut mit dem spanischen Tour-de-France-Sieger Carlos Sastre und dem Luxemburger Kim Kirchen wies rund 100 km vor dem Ziel zwar vier Minuten Vorsprung auf, wurde aber ebenfalls wieder eingeholt.
Zu den prominentesten Fahrern unter den ausgeschiedenen Teilnehmern gehörte der Deutsche Stefan Schumacher. Der wohl schärfste Rivale von Cancellara im olympischen Zeitfahren vom Mittwoch war gut 60 km vor dem Ziel gestürzt. (si/keu)