Der Internationale Badminton-Verband hat offenbar acht Top-Spielerinnen bei Olympia disqualifiziert. Die Sportlerinnen versuchten, mit extra schlechten Spielen starke Gegner zu vermeiden.
Absurde Szenen spielten sich am Dienstagabend im olympischen Badminton-Turnier in London ab. Zwei Damendoppel-Partien wurden zu einer Farce und sorgen nun für ein Nachspiel.
Was war passiert? In den Matches Xiaoli/Yang (China) – Kyung Eun/Ha Na (Südkorea) und Polii/Jauhari (Indonesien) – Jung Eun/Min Jung (Südkorea) schlugen die Spielerinnen die Bälle absichtlich ins Netz oder weit neben das Feld. Der längste Ballwechsel dauerte gerade mal vier Schläge.
Alle vier Paare waren bereits für die Viertelfinals qualifiziert, wo aber starke chinesische Paare auf sie warten. Um diesen Duellen aus dem Weg zu gehen, spielten sie vorsätzlich schlecht.
Die Fans buhten und pfiffen die Cracks gnadenlos aus. Sogar Oberschiedsrichter Berg betrat den Platz und drohte mit Disqualifikation.
Der Skandal ist perfekt. Denn Südkoreas Cheftrainer hat zugegeben, dass seine zwei Doppel absichtlich verlieren wollten. In einem Fall ist es ihnen aber nicht gelungen.
Der Internationale Badminton-Verband hat in der Nacht auf Mittwoch eine Untersuchung eingeleitet und Konsequenzen angekündigt. «Sie benahmen sich in einer Weise, die eindeutig beleidigend und schädlich für den Sport ist», heisst es in der Mitteilung. Zeuge des Eklats wurde auch IOC-Präsident Jacques Rogge.
Nun hat der Verband entschieden. Alle acht Athletinnen sind disqualifiziert und von den Spielen ausgeschlossen worden. In die Viertelfinals rückten Exoten nach.
Unter den besten Acht treffen nun Waleria Sorokina/Nina Wislowa (Russland) und Michelle Edwards/Annari Viljoen (Südafrika) sowie Alex Bruce/Michelle Li (Kanada) und Leanne Choo/Renuga Veeran (Australien) aufeinander.
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