Nächster Skandal Spiele manipuliert – acht Sportlerinnen disqualifiziert

Der Internationale Badminton-Verband hat offenbar acht Top-Spielerinnen bei Olympia disqualifiziert. Die Sportlerinnen versuchten, mit extra schlechten Spielen starke Gegner zu vermeiden.

  • Publiziert: 01.08.2012
  • Von Marc Ribolla
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Absurde Szenen spielten sich am Dienstagabend im olympischen Badminton-Turnier in London ab. Zwei Damendoppel-Partien wurden zu einer Farce und sorgen nun für ein Nachspiel.

Was war passiert? In den Matches Xiaoli/Yang (China) – Kyung Eun/Ha Na (Südkorea) und Polii/Jauhari (Indonesien) – Jung Eun/Min Jung (Südkorea) schlugen die Spielerinnen die Bälle absichtlich ins Netz oder weit neben das Feld. Der längste Ballwechsel dauerte gerade mal vier Schläge.

Alle vier Paare waren bereits für die Viertelfinals qualifiziert, wo aber starke chinesische Paare auf sie warten. Um diesen Duellen aus dem Weg zu gehen, spielten sie vorsätzlich schlecht.

Die Fans buhten und pfiffen die Cracks gnadenlos aus. Sogar Oberschiedsrichter Berg betrat den Platz und drohte mit Disqualifikation.

Der Skandal ist perfekt. Denn Südkoreas Cheftrainer hat zugegeben, dass seine zwei Doppel absichtlich verlieren wollten. In einem Fall ist es ihnen aber nicht gelungen.

Der Internationale Badminton-Verband hat in der Nacht auf Mittwoch eine Untersuchung eingeleitet und Konsequenzen angekündigt. «Sie benahmen sich in einer Weise, die eindeutig beleidigend und schädlich für den Sport ist», heisst es in der Mitteilung. Zeuge des Eklats wurde auch IOC-Präsident Jacques Rogge.

Nun hat der Verband entschieden. Alle acht Athletinnen sind disqualifiziert und von den Spielen ausgeschlossen worden. In die Viertelfinals rückten Exoten nach.

Unter den besten Acht treffen nun Waleria Sorokina/Nina Wislowa (Russland) und Michelle Edwards/Annari Viljoen (Südafrika) sowie Alex Bruce/Michelle Li (Kanada) und Leanne Choo/Renuga Veeran (Australien) aufeinander.

Beliebteste Kommentare

  • Ruedi  Lanz , Aarburg
    Da müsste man wohl eher den Modus ändern. Ob nun absichtlich oder nicht: Schlecht zu Spielen ist in keiner Sportart verboten!
  • seb  cicero
    Taktische Rechenschieber-Spielereien gibt es in allen Sportarten.... dagegen kann man wohl mit den jetzigen Regeln wenig machen - Schade aber eben eine Realität....

Alle Kommentare (25)

  • Mike  Egger
    Das Ziel an einer Olympiade oder einem anderen internationalen Grossanlass ist immer der Titel und die Goldmedaille. Jeder versucht dieses Ziel auf eine möglichst einfache Weise zu erreichen. Es mag für viele nicht Sportler unschön und unmoralisch sein, dass man einen Wettkampf absichtlich verliert. Nur: wer alles gibt und am Schluss deswegen nicht zuoberst auf dem Podest steht ist bereits ein Verlierer. Es zählt nur Gold! Primär liegt es an den Verbänden und Veranstaltern einen Austragusmodus zu finden, bei dem solche Aktionen verhindert werden.
    • 02.08.2012
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  • Stefan  Buff , via Facebook
    Witzig nun ist es ein Skandal...

    Als Schweden absichtlich an der WM verloren hat, damit Sie nur auf die Schweiz und nicht auf einen stärkeren trifft, war das jedem Egal.
    Es ist halt so im Sport. Ob nun sportlich oder nicht! Solche "absichtlichen" Niederlagen gibt es immer wieder. Die Chinesinnen sind wohl so Perfekte Spielerinnen, dass es einfach aufgefallen ist das Sie absichtlich nicht gewinnen!
    • 02.08.2012
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  • Rolf  Wysshaar
    Wäre an der Zeit im gesamten Sport mal den Modus zu ändern. Ob Fussball, Tennis oder sonstwas für Disziplinen, es ist ein Witz immer den Final vorausplanen zu wollen. So ist es oft nicht nur langweilig, sondern eben auch unsportlich. Es sollte nach jeder Runde wieder neu ausgelost werden. Wer gewinnen will, muss der Beste sein und soll nicht immer von Freilosen und leichten Gegnern profitieren. Zudem würde das allgemein die Spitze eher verbreitern.
    • 02.08.2012
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  •   michael imhof , Brunnen SZ
    Spiele in den man verlieren kann ohne auszuscheiden sind meineserachtens sowieso nur Blödsinn...
    • 02.08.2012
    • 5
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  • Daniel  Muenger , Zürich
    Nirgends geht es doch so "fair" zu und her, wie bei der Zuweisung im Schwingen. Oder war da auch mal was? - Taktik gehört zum Sport, auch wenn diese Verlieren heisst. Oder sind "Unentschieden" bei Fussball-WMs etwas anderes als taktieren? Gar Bschiss?
    • 01.08.2012
    • 0
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