Unser Fahnenträger Stanislas Wawrinka tritt in London für einmal aus dem Schatten von Roger Federer. Und er spricht über sein ganz persönliches Trauma von Peking.
Stanislas Wawrinka (27) wird am Freitag bei der Eröffnungsfeier vor 80 000 Zuschauern im Olympia-Stadion und Hunderten von Millionen daheim vor den TV-Schirmen die 102-köpfige Schweizer Delegation als Fahnenträger repräsentieren.
«Der Entscheid war äusserst knapp», sagt Gian Gilli, Chef de Mission, zu BLICK.
Es ist der Erfolg des «Marathon Man» auf den Tennis-Courts über den echten Marathon-Mann auf der Strasse, Viktor Röthlin. Gilli: «Den Ausschlag gab, dass mit Wawrinka ein Olympiasieger die Schweiz vor der ganzen Welt repräsentieren kann.»
Wawrinka war es, der vor vier Jahren in Peking mit seiner grandiosen Leistung im Doppel-Final auch Roger Federer zu Olympia-Gold verhalf.
Dort passierte Stan Sonderbares, wie er dem Olympia-Magazin der Sonntagszeitung preisgab. Nach dem grossen Triumph mit Roger liessen ihn die Kontrolleure zu später Stunde zuerst nicht ins Olympische Dorf hinein. Wawrinka: «Ich hatte meine Akkreditierung in den Taschen in meinem Wagen. Sie liessen mich einfach draussen stehen, mit der Goldmedaille um den Hals.»
Übrigens: An Schweizer Fahnenträgern hing bei den Spielen oft ein Fluch. Nicht nur an Roger Federer in Peking (Viertelfinal-Out im Einzel). 1984 in Los Angeles holte Dressurreiterin Christine Stückelberger nach dem «Fahnen-Türk» keine Medaille. Und Thomas-Frischknecht, dem Silber-Mountainbiker von Atlanta 1996, brachte die Fahne vier Jahre später in Sydney auch kein Glück. (C.S. / zbi)
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