Der Chef de Mission zieht seine Olympia-Bilanz und sagt, was ihn am meisten bewegt hat.
Gian Gillis sportliche Bilanz: «Wir haben die fünf bis sieben geforderten Medaillen klar nicht erreicht. Vom Ziel, Platz 25 im Nationenranking, sind wir weit entfernt. Da müssen wir uns fragen, ist diese Zielsetzung strategisch noch richtig? Im Vergleich zu Peking mit 13 Diplomen sind wir mit sechs in London auch da schlechter geworden. Das spielt in der Sportentwicklung insofern eine Rolle, weil es uns zeigt, wie nahe wir der Weltspitze sind. Uns erstaunt auch die Diskrepanz zwischen den Selektionsresultaten und jenen an Olympia. Wir haben zu viele Ränge zwischen 20 und 40.»
Seine grösste Enttäuschung: «Die Tatsache, dass am Tag X nur 50 Prozent ihre Bestleistung abrufen konnten. Das hat mich wirklich erstaunt. Das ist der Punkt, der mich am meisten beschäftigt und mir zu denken gibt. Eine Medaille mehr oder weniger, das ist Zahlenspielerei. Aber nicht alle Massnahmen zu ergreifen, um dann am Tag X bereit zu sein, ist für mich nicht begreiflich.»
Sein bewegendster Moment: «Nebst den Medaillen gab es einen Moment, in dem ich sehr betroffen war. Als mir die beiden Fechter Max Heinzer und Fabian Kauter nach ihrem Ausscheiden gegenüber gestanden haben. Weltklasse-Athleten, die völlig traumatisiert sind von ihrem Scheitern. Die auch nach zwei Tagen noch nicht völlig realisiert haben, was passiert ist und es sich nicht erklären konnten. Nach einer Viertelstunde war ihr Wettkampf vorbei und alles ist zusammengebrochen. Diesen Menschen und ihrem Frust zu begegnen, das war eindrücklich.»
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