Usain Bolt, Yohan Blake und Asafa Powell. Drei Jamaikaner im 100-Meter-Final – Zufall?
Weisse Sandstrände, atemberaubende Landschaft und Rastafari-Kultur – das ist das Karibik-Paradies Jamaika. Die Insel zählt nur 2,8 Millionen Einwohner und trotzdem kommen die schnellsten Menschen der Welt traditionell aus dem Land Bob Marleys.
Sprint-Legenden wie Ben Johnson (CAN), Linford Christie (GB) oder Donovan Bailey (CAN) haben ihre Wurzeln in Jamaika. Und Usain Bolts härtester Konkurrent ist Yohan Blake – wen erstaunt es – auch ein Jamaikaner.
Wie kann es sein, dass das kleine Jamaika den anderen Nationen regelmässig davonläuft? In Jamaika träumt jedes Kind davon, später ein berühmter Sprint-Star zu werden. Die Sportler erzählen, dass in Jamaika das Laufen zur Kultur des Landes gehört.
Zudem verfügt Jamaika über ein vorbildliches Scout-System. Jedes Jahr werden die grössten Talente bei den «Champs» gesichtet, dem Leichtathletik-Wettbewerb aller Schulen auf der Insel. Jeweils 30'000 Zuschauer feuern die Stars von morgen an. Die Besten werden von klein auf in Vereinen individuell gefördert und von Top-Sprintern ausgebildet. Die besten Athleten werden mit Stipendien belohnt.
Eine Erklärung könnte auch in der Physis der Jamaikaner liegen. «Ein grosser Anteil an Muskelfasern ist eine Voraussetzung für eine gute Sprintleistung», erklärt Matthias Strupler, Chefarzt Sportmedizin am Paraplegikerzentrum Nottwil, gegenüber Blick.ch. Der deutsche Sportmediziner Ingo Froböse ist überzeugt, dass karibische Sportler einen höheren Anteil an sogenannten schnellen Muskelfasern haben. «Diese Muskelfasern sorgen dafür, dass kurzfristig maximale Kräfte entfaltet werden können», so Froböse auf «bild.de».
Trotzdem, ein fahler Nachgeschmack bleibt: Immer wieder werden die Jamaikaner mit Dopingvorwürfen konfrontiert. Blake wurde 2009 gar für drei Monate gesperrt. Das Problem: Jamaika hat keine unabhängige Doping-Agentur. Die Anti-Doping-Kommission der Karibik wird vom Inselstaat nicht anerkennt. (wid)
Beliebteste Kommentare
Alle Kommentare (14)