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Madame Gachnang, Sie unterschrieben 2003 mit Willi Weber einen Zehn-Jahres-Vertrag. Gilt dieser Kontrakt noch?
Nein, wir haben unsere Zusammenarbeit schon vor zwei Jahren beendet. Es hat nicht gepasst, deshalb gingen wir unterschiedliche Wege.
Ist damit auch Ihr Formel-1-Traum geplatzt?
Ganz sicher nicht. Die Formel 1 bleibt mein Ziel. Zurzeit fahre ich in der spanischen Formel 3 für das Team von Adrian Campos. Er ist in den 80er-Jahren selber Formel 1 gefahren und hat nach seiner Aktivkarriere mit vielen Nachwuchstalenten zusammengearbeitet.
In den Rennen der Formel BMW war er leider immer vor mir klassiert. Er siegte in 18 von 20 Rennen. Das ist eine beeindruckende Quote. Bei Testfahrten war ich aber mal vier Zehntelsekunden schneller als er. Ich kann also behaupten: Ich schlug Vettel!
Ja, er ist ein sehr guter Fahrer, der wenige Fehler macht und konzentriert arbeitet. Er fuhr aber auch immer in sehr starken Teams und hatte die besten Ingenieure und Mechaniker um sich. Ich war 2004 leider nicht im besten Team. Deshalb lassen sich unsere Resultate nicht miteinander vergleichen. Im Motorsport brauchst du einen starken Rennstall. Selbst ein Ayrton Senna wäre ohne gute Teams nie so erfolgreich gewesen. Um Erster zu werden, muss bei dir und deinem Umfeld alles stimmen.
Ich dachte früher auch, es sei im Motorsport ein Vorteil, eine Frau zu sein. Das stimmt aber nicht. Im Gegenteil, es ist manchmal auch ein Nachteil. Die Leute glauben nicht, dass es als Frau möglich ist schnell zu sein. Sie trauen dir das nicht zu. Deshalb brauchst du immer gute Resultate. Du musst über eine längere Zeit beweisen, dass du schnell und konstant Autorennen fahren kannst.
Nein, das dann doch nicht. Ich mag die Herausforderung, als Frau gegen Männer anzutreten und sie zu schlagen. In dieser Saison ist mir das oft gelungen. Ich belege in der spanischen Formel 3 momentan den dritten Rang. Damit bin ich zufrieden.
Zurzeit stecke ich mitten in Verhandlungen. Ich würde diesen Winter gerne in der GP2 Asia fahren. Das wäre ein weiterer Schritt nach oben. Die logische Fortsetzung danach wäre die GP2 in Europa.
Ja, darauf hoffe ich noch immer. Auch wenn der Weg dorthin noch sehr weit ist. Doch ich bin davon überzeugt, dass ich es schaffen kann. Sonst könnte ich ja gleich zu Hause bleiben und meine Karriere beenden. Sollte ich es in den nächsten beiden Jahren in die GP2 in Europa schaffen, ist die Formel 1 möglich.
Nein, ich freue mich für ihn. Er würde die Chance verdienen, denn er arbeitet seit Jahren hart für dieses Ziel. Sébastien ist mindestens genauso schnell wie Sebastian Vettel.